Sulfurcell geht an den Start Firmenausgründung zur Produktion von Dünnschicht-Solarmodulen

Eine aus dem Hahn-Meitner-Institut hervorgegangene Firmengründung, die Sulfurcell Solartechnik GmbH (Sulfurcell) hat nach intensiver Vorbereitung begonnen, die weltweit erste Pilotproduktion für Solarmodule auf der Basis des Halbleiters Kupfer-Indium-Sulfid (CIS) aufzubauen. Am 25. Juni 2003 wurde die Produktionsstätte in Berlin-Adlershof eingeweiht. In der 1200 qm großen Produktionshalle sollen auf dem Wissenschaftsgelände in Berlin-Adlershof Ende des Jahres 2003 die ersten Maschinen anlaufen.

Das Technologieunternehmen Sulfurcell will Module für die photovoltaische Energiegewinnung mindestens 50 % günstiger produzieren, als es heute möglich ist. Die ehemaligen Forscher und Unternehmensgründer Dr. Ilka Luck und Dr. Nikolaus Meyer überführen mit ihrem Team eine Technologie in die industrielle Anwendung, die in jahrelanger Labor-arbeit am Hahn-Meitner-Institut in Berlin entwickelt wurde. Bis zu zwanzig Mitarbeiter sollen zukünftig an der industriellen Umsetzung der wissenschaftlichen Innovation arbeiten und eine Pilotproduktion aufbauen. Der innovative Einsatz des Naturele-ments Schwefel charakterisiert die Technologie und prägt den Firmennamen, in den die lateinische Bezeichnung für Schwefel – sulfur – eingegangen ist.

Hinter Sulfurcell steht ein Konsortium aus Unternehmern, Investoren und Technologiepartnern. M+W Zander (Bereich der Jenoptik AG), Vattenfall Europe Venture, Berliner Energie Umweltfonds, IBB Beteiligungsgesellschaft, Ventegis Capital AG, der Unternehmer Engelbert Giesen und die Gründer haben in Sulfurcell investiert. Das Land Berlin unterstützt das Entwicklungsprojekt von Sulfurcell mit erheblichen Mitteln dem Umweltentlastungsprogramm und setzt dafür zu 75 % Mittel aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ein. Gemeinsam investieren die Partner in den Jahren 2003 bis 2006 16 Mio. Euro und stellen den Aufbau der Pilotproduktion und die Vorbereitung der internationalen Vermarktung sicher. Ab 2006 sollen erste Solarmodule verkauft und die Produktionskapazitäten ausgebaut werden.

Das Hahn-Meitner-Institut als Keimzelle der Sulfurcell GmbH, sieht die Einweihung der Produktionsstätte als gemeinsamen Erfolg einer andauernden Partnerschaft. „Wir werden mit unserer Kompetenz als größte Forschungsstätte Deutschlands in der Materialforschung für Solarzellen der Firma Sulfurcell auch in Zukunft zur Seite stehen.“, sagte Prof. Michael Steiner, der wissenschaftliche Geschäfts-führer des HMI.

Nach Überwindung der Hürden einer zweijährigen Finanzierungsphase betont Dr. Meyer, einer der beiden Geschäftsführer der Sulfurcell GmbH, dass die eigentliche Aufgabe noch vor dem Unternehmen stehe: „Mit der nun beginnenden Hochskalierung der HMI-Technologie starten wir ein chancenreiches und anspruchsvolles F&E-Projekt. Die Technologie, unser Team und unser Netzwerk geben uns das Vertrauen, daß wir die anstehende Aufgabe bewältigen werden. Wir wollen die Solarszene von Berlin aus in Bewegung bringen und innovative Technologie marktfähig machen.“


25. Juni 2003