HMI-Kommunikationspreis 2007

Von Solarzellen, ihren tückischen Grenzflächen und wie Forscher sie austricksen -- dies ist der Titel der Arbeit, mit dem Mirko Vogel gestern den Endausscheid des HMI-Kommunikationspreises 2007 gewonnen hat.

In einem spannenden Vortrag erläuterte der 30-jährige Physiker den Zuhörern, warum die Grenzflächen zwischen Elektroden und aktiven Materialien in organischen Solarzellen eine so wichtige Rolle spielen. Warum die Solarzellen dort einen Großteil ihrer Effizienz einbüßen und was die Wissenschaftler tun, um dies zu verhindern.

Mirko Vogel ist es hervorragend gelungen, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und das Thema allgemeinverständlich zu vermitteln. Er benutzte zum Beispiel den Vergleich einer Satellitenaufnahme aus 12.000 Kilometer Höhe, mit der man einen Blick auf das Dach eines Gebäudes werfen möchte. So, wie man mit modernen Methoden das Objekt der Begierde immer näher heranzoomen kann, so versuchen auch Forscher immer genauere Einblicke auf die Oberfläche der Zelle und in ihr Inneres zu gewinnen.

Im Endausscheid setzte sich Mirko Vogel gegen zwei Mitbewerber durch, die ebenfalls spannende Vorträge aus der Welt der Physik lieferten. Paolo Pierobon berichtete über den Verkehrsstau in Zellen, der beim Transport von Signalstoffen und anderen Zellproteinen in ähnlicher Weise auftritt wie auf der Autobahn. Alexander Rack gab Einblicke in die Materialforschung. Er stellte eine spezielle Variante der Röntgentomografie vor, ein Verfahren, das dreidimensionale Bilder aus dem Inneren von Metallschäumen liefert oder das Innenleben einer Batterie sichtbar macht. Alle drei Kandidaten hatten sich zuvor mit hervorragenden schriftlichen Arbeiten für diesen Endausscheid qualifiziert.

Anliegen des HMI-Kommunikationspreises ist es, junge Wissenschaftler am Beginn ihrer Karriere dafür zu sensibilisieren, dass sie eine Informationspflicht gegenüber der Öffentlichkeit haben. Forschungsergebnisse allgemeinverständlich beschreiben zu können, ist für einen Wissenschaftler heute ein Muss. Der HMI-Kommunikationspreis wird deshalb alle zwei bis drei Jahre für die beste allgemeinverständlich geschriebene und vorgetragene Zusammenfassung einer Doktorarbeit verliehen, die am Hahn-Meitner-Institut angefertigt und mit "sehr gut" oder besser abgeschlossen wurde. Die Technologiestiftung Berlin (TSB), die dieses Anliegen unterstützt, hat den Preis mit 4000,- Euro für den Sieger und 1000,- Euro für den Zweitplatzierten gestiftet. Als weiterer Sponsor stellt der Heise-Verlag für den Gewinner des dritten Platzes ein Jahresabo der Zeitschrift "Technology Review" zur Verfügung.


2. Juli 2007