Verleihung des Hahn-Meitner-Technologie-Transfer-Preises 2008

Der Preisträger

Brennstoffzellen sind der Hoffnungsträger für eine nachhaltige Mobilität. Bei der „Verbrennung“ von Wasserstoff und Sauerstoff entsteht als Abgas ausschließlich ungefährlicher Wasserdampf. Allerdings sind die bisher verwendeten Brennstoffzellen noch sehr teuer, da die für die chemische Reaktion notwendigen Katalysatoren aus dem teuren Edelmetall Platin gefertigt werden. Forscher am HMI richten daher ihr Augenmerk auf effiziente Katalysatoren für Brennstoffzellen, die auf der Grundlage von billigen und häufig vorkommenden Elementen wie Eisen und Kobalt hergestellt werden können.


Die Arbeiten von Dr. Peter Bogdanoff und seiner Gruppe werden nun mit dem Hahn-Meitner-Technologie-Transfer-Preis 2008 gewürdigt. „Die Brennstoffzelle ist ein wichtiges Glied für eine regenerative Energieversorgung im Rahmen der Wasserstofftechnologie und verspricht gerade im Lichte der aktuellen CO2-Diskussion eine nachhaltige Mobilität“, erläutert Bogdanoff, der sich über die Wertschätzung seiner Arbeit und die 5.000 € Preisgeld freut. Das Team um Bogdanoff hat sich an der Natur orientiert, die für die Wasserstoffverbrennung keine Edelmetalle benötigt. Bei ihrem neu entwickelten Verfahren konnten die Forscher ein katalytisches Zentrum aus Kobalt in eine Kohlenstoffmatrix einbringen und gleichzeitig die für diesen Prozess benötigte Energie drastisch verringern. Der im Labor erzeugte Katalysator zeigt eine bessere Energie-Ausbeute als die verwendeten Platinkatalysatoren. „Jetzt werden wir den Herstellungsprozess für die Industrie anpassen“ ist Bogdanoff zuversichtlich. Die Verfahren sind patentiert oder zum Patent angemeldet. Seit 2004 ist der japanische Autobauer Toyota Kooperationspartner in dem Projekt.

Der Preis

Für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Technologietransfers verleiht das HMI zum fünften Mal den Hahn-Meitner-Technologietransfer-Preis. Das Preisgeld von 5.000 € wird dieses Jahr von der Photovoltaikfirma Q-Cells AG gestiftet. Technologietransfer steht für die Umsetzung von Innovationen aus der Forschung und Entwicklung in neue Verfahren und Produkte. Das HMI will mit der Auszeichnung Leistungen von Mitarbeitern oder früheren Mitarbeitern anerkennen und fördern, die auf diesem Gebiet einen preiswürdigen Beitrag erbracht haben.

Modell eines Katalysators für Brennstoffzellen mit molekularem katalytischem Zentrum (Pfeil)

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11. Februar 2007