Junger Wissenschaftler auf Erfolgskurs

Emad Flear Aziz erhält für seine innovative Arbeit den Adlershofer Dissertationspreis 2008

Das Auswahlgremium hat einstimmig beschlossen, den diesjährigen Adlershofer Dissertationspreis an Dr. Emad Flear Aziz Bekhit, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, für seine exzellente Arbeit: „Local Electronic and Geometric Structure of Ions, Molecules, and Polymers in Liquid Phase“ zu vergeben. Die feierliche Verleihung erfolgt am heutigen 4. Februar im Rahmen des 1. Adlershofer Festkolloquiums für „Computation on the Sciences“.

Aziz etablierte am Elektronenspeicherring BESSY II eine neue Methode, mit der man spektroskopische Untersuchungen von wässrigen Proben im Hochvakuum durchführen kann. Sie hat neue Dimensionen für verschiedenste spannende Forschungsgebiete eröffnet, insbesondere für die Lebenswissenschaften. Bislang kamen die Wissenschaftler, die mit Synchrotronstrahlung solchen Fragestellungen nachgehen wollten, schnell an ihre methodischen Grenzen.

Um ultraviolette und weiche Röntgenstrahlung zu nutzen, müssen sich die Proben im Ultrahochvakuum befinden. Dabei verdampft jedoch das Wasser sehr schnell, so dass die Probe trocken fällt und das Vakuum nicht aufrecht erhalten werden kann. Bei der Entwicklung seiner neuen Experimentierkammer „LIQUIDROM“ verfolgte der aus Kairo stammende Forscher folgenden Ansatz: Er ersetzte die Luft durch eine Heliumatmosphäre und die wässrige Probe durch einen dünnen Flüssigkeitsstrahl. Da Photonen im UV- und Röntgenbereich die Heliumatmosphäre durchdringen können, sind spektroskopische Untersuchungen an den in Wasser gelösten Stoffen möglich.

In seiner Arbeit untersuchte Emad Aziz das Verhalten von Ionen in wässriger Lösung in Abhängigkeit von Konzentration und pH-Wert. Schnell erweiterte sich sein Probenspektrum. Er untersuchte u. a. die Bindung von Zinkionen an Aminosäuren, den Ladungstransfer in wässrigen Polymeren oder die Sauerstoffaufnahme im Hämoglobin.

Der 30-jährige Aziz ist bereits Preisträger des Ernst-Eckhard-Koch-Preises 2008 (Dissertationspreis für Forschung mit Synchrotronstrahlung) und baut nun am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie eine eigene Arbeitsgruppe auf. Zukünftige Projektschwerpunkte liegen in der angewandten Forschung zur Optimierung von Solarzellen sowie biologischer Abläufe unter physiologischen Bedingungen.

Der Preis wurde bereits 2003 von der Humboldt-Universität zu Berlin, der IGAFA e. V. und der WISTA-MANAGEMENT GMBH als Auszeichnung von herausragenden Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses aus Adlershof ins Leben gerufen und ist mit 3.000 Euro dotiert.


Berlin, 4. Februar 2009