Für die Fusion gibt es viele gute Gründe

Vor allem ist es für die Wissenschaft sinnvoll, die in Berlin existierende Neutronen- und die Synchrotronstrahlungsquelle gemeinsam zu betreiben und zu nutzen. Viele Fragestellungen lassen sich dadurch komplementär beantworten, zum Beispiel Themen aus den Forschungsfeldern Magnetismus und Supraleitung. Das kombinierte Experimentieren mit Photonen und Neutronen wird neue Ergebnisse hervorbringen, die sowohl für die Grundlagenforschung als auch die Entwicklung moderner Materialien - etwa für die Datenspeicherung - von großer Bedeutung sein werden. Außerdem wird der Forschungsbereich Photovoltaik profitieren, in dem das HZB ausgewiesene Kompetenzen besitzt. Durch Einbinden beider Großgeräte entstehen innovative und einzigartige Forschungsmöglichkeiten, die zur Entwicklung neuer hocheffizienter Dünnschichtsolarzellen führen werden.

Von der Fusion werden alle externen Nutzer profitieren, die komplementär mit Neutronen und Synchrotronlicht arbeiten wollen. Die führenden Wissenschaftler des neuen Helmholtz-Zentrums werden dabei mit eigenen Forschungsprojekten voran gehen.

Sowohl die Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II wie auch die Neutronenquelle BER II sind zwei weltweit hoch angesehene Anlagen, die national wie international stark frequentiert werden. Sie ziehen jährlich über 2000 Forscher aus 35 Ländern an. Seit 2009 wird das neue Helmholtz-Zentrum unter dem Dach der Helmholtz-Gemeinschaft beide Großgeräte betreiben und externen Nutzern den kombinierten Zugang zu ihnen erleichtern. Beide Standorte werden gestärkt. Sowohl in Wannsee (Lise-Meitner-Campus) als auch in Adlershof (Wilhelm-Conrad-Röntgen-Campus) sind erstklassige Zukunftsprojekte geplant. In Wannsee entsteht der weltweit stärkste Magnet für Neutronenexperimente und in Adlershof wird gerade ein Kompetenzzentrum für Photovoltaik errichtet. Forschung und Industrie wollen damit die Produktion hocheffizienter Dünnschichtsolarzellen in Deutschland langfristig etablieren. Außerdem arbeiten wir am Konzept einer Lichtquelle der vierten Generation, einem so genannten Energy Recovery Linac.

Mit der Fusion von HMI und BESSY erhält Berlin also ein neues schlagkräftiges Helmholtz-Zentrum, das innovative und einzigartige Forschungsmöglichkeiten schafft und mit der Strukturaufklärung komplexer Materialien einen grundlegenden Beitrag für Wissenschaft und Technik leistet.

Standortadressen:

Helmholtz-Zentrum Berlin
für Materialien und Energie

Lise-Meitner-Campus                  
Hahn-Meitner-Platz 1 (ehemals Glienicker Str. 100)

14109 Berlin

 

 

 

Wilhelm-Conrad-Röntgen-Campus
Albert-Einstein-Str. 15

12489 Berlin