Kantine in Wannsee ganz ökologisch und nachhaltig

wiederverwendbare Becher

Die HZB-Kantine in Wannsee geht in Sachen Umweltschutz
mit gutem Beispiel voran. Von Oktober an wird mit Öko-Reinigungsmitteln sauber gemacht und statt aus Pappe gibt es den Coffee to go künftig aus Mehrwegbechern.

Von Anja Mia Neumann

Die HZB-Kantine in Wannsee geht in Sachen Umweltschutz mit gutem Beispiel voran. Von Herbst an wird mit Öko-Reinigungsmitteln sauber gemacht und statt aus Pappe gibt es den Coffee to go künftig aus Mehrwegbechern.

Bis zu 150 Wegwerfbecher. Täglich. Diese Zahl hat die Leiterin der Kantine vom Helmholtz-Zentrum Mariola Nadolski erschreckt: „Es ist der Wahnsinn, wie viel Müll so entsteht.“ Ihre Mitarbeiter haben eine Strichliste gemacht und kamen auf jene 100 Pappbecher, die für Kaffee an einem normalen Werktag in Wannsee verbraucht werden.

So sieht das auch Karin Haas. „Als Nachhaltigkeitsbeauftragte war ich von den Dingern natürlich nie begeistert.“ Deshalb werden auf Haas' Initiative hin die Pappbecher am HZB bald Geschichte sein. Ersetzt werden sie durch umweltfreundliche Mehrwegbecher aus Plastik. Sie sind biologisch abbaubar und aus natürlichen Rohstoffen hergestellt - und nebenbei auch noch Made in Germany.

Für 5 Euro Pfand gibt sie ab Herbst an der Kasse in der Kantine. Sie sind knallig blau mit einem grünen Deckel und bedruckt mit dem HZB-Logo. Wer will, kann seinen Becher behalten und überall mit gutem Coffee-to-Go-Beispiel vorangehen. Andernfalls gibt es die 5 Euro Pfand beim nächsten Mal zurück, so wie bei Pfandflaschen auch.

Und wenn die Kasse zu ist? Dann hilft der Snackautomat hinter der Geschirrrückgabe. „Es werden zwei Fächer im Rondell freigehalten für die Becher“, erklärt Haas. Dort könne man sie sich ziehen, wenn gerade keine Kassenzeiten sind. Für die Rückgabe der Becher muss man tatsächlich die nächsten Kassenöffnungszeiten abwarten.

Für den Kaffee nach der Mittagspause oder außerhalb der Kantinenöffnungszeiten kann natürlich jeder auch einen eigenen Becher oder seine Lieblingstasse von zu Hause mitbringen.

Übrigens noch wichtig zu wissen: Die Porzellantassen und Gläser aus der Kantine sind nicht zum Mitnehmen gedacht, sondern stehen ausschließlich zum Gebrauch innerhalb der Kantine zur Verfügung.

Ohnehin achtet die Kantine bei ihrer täglichen Arbeit darauf, ökologisch zu sein. Der Lieferant zum Beispiel, berichtet die Leiterin Nadolski, packt Gemüse nicht einzeln ab wie im Supermarkt, sondern in Kisten. So wird Verpackungsmüll vermieden. Und auch die Brötchentüten seien bewusst aus Öko-Papier und nicht beschichtet.

„Außerdem stellen wir jetzt auf Öko-Reinigungsmittel um“, erzählt Nadolski von einer weiteren Neuerung. Damit werden künftig die Tische, die Böden und die Arbeitsflächen in der Küche geputzt sowie der Spülautomat betrieben. Auch zur Entkalkung sind die Mittel gedacht. Dosiersysteme an den Wänden sorgen für weniger Müll. „Das lohnt sich, denn in einer Großküche braucht man viele Reinigungsmittel.“

Die Vorteile liegen für die Kantinenleiterin auf der Hand: Sie werden in Deutschland hergestellt, es gibt weder Gentechnik noch Tierversuche und der Geruch der Mittel beruhe auf natürlicher Zitronensäure und Orangenschalen. „Wir sind ein Energie-Institut und wollen ökologisch handeln und keine Ressourcen verschwenden“, findet Nadolski.