Geistiges Eigentum und Open Access in Journal-dominierten Wissenschaften

oder: wie sichern Wissenschaftler den Zugang zu den eigenen Forschungsergebnissen?

Kernpunkte aus einem Vortrag von S. Grossmann (Universität Marburg)

im Offenen Workshop des "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft e.V.",

HU Berlin, 11.12.2008


Ansätze für Auswege aus dem Dilemma

 durch Änderungen im gegenwärtigen System

  • Verlage bieten ihre Zeitschriften im verbilligten Paket an
    • aber der Preis fällt nur pro Zeitschrift, der Paket-Preis ist absolut höher als der Preis für benötigte Abonnements
  • durch DFG-finanzierte Nationallizenzen
    • Skepsis über die Preisentwicklung dort
  • Open-Access-Zeitschriften
    • noch Unklarheit über die Bedeutung von Kostenersparnis oder Kostenverlagerung

Warum übertragen Wissenschaftler trotz allem "ausschließliche Nutzungsrechte" an Verlage

  • Zeitschriften werden als Markt für einen gezielten Informationsaustausch gesehen
  • Qualitätskontrolle durch Referees als Mehrwert
  • es geht um Zitierfähigkeit
  • es geht um einen Gradmesser für die Anerkennung (impact, citation rate, h-index)
  • die Rechteübertragung geschieht in der Hoffnung auf einen Wettbewerbsvorteil

Wissenschaftler-Lösungen

  • stellen ihre Artikel in Archive ein
  • stellen ihre Artikel individuell online
  • tauschen ihre Artikel aus
  • kooperieren nicht mit Verlagen, zu deren Zeitschriften kein Zugang existiert
  • ignorieren nicht zugängliche Zitate (schlechteste Lösung)

Es fehlt eine als einfach empfundene Lösung: das unveräußerliche "Grundrecht von Autoren", ihre Ergebnisse unabhängig von einer Veröffentlichung öffentlich zugänglich (open access) machen zu können.