SNI für Neugierige

Für Neugierige wird es zwei öffentliche Vorträge geben, in denen der Nutzen von Neutronen, Synchrotron- und Ionenstrahlung in einem ausgewählten Forschungsfeld demonstriert wird. 

ABENDVORTRAG im Max-Kade-Auditorium der Freien Universität Berlin

Am 24. Februar 2010 um 18.30 Uhr spricht Prof. Dr. Michael H.  Foerster (Augenklinik, Charité Campus Benjamin Franklin) über

"Zwölf Jahre  PROTONENTHERAPIE in Berlin".

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 500 Menschen an einem bösartigen Tumor der Aderhaut des Auges. Die Tumoren können mit Protonenstrahlen behandelt werden. Die Beschleunigeranlage am Helmholtz-Zentrum Berlin ist für derartige gezielte Bestrahlung des Auges besonders gut geeignet, denn die Protonen können so gesteuert werden, dass das gesunde Gewebe geschont wird.

Seit 1998 hat die Charité rund 1400 Patienten mit Augentumoren mit dieser Methode behandelt und dabei sehr gute Erfolge erzielt. Neben großen Tumoren können mit Protonenstrahlen auch kleine Tumoren in unmittelbarer Nähe zum Sehnerv oder der Sehgrube behandelt werden. Das Team von Prof. Foerster forscht daran, diese Therapie auch bei anderen Tumorarten am Auge einzusetzen, wie etwa bei Gefäßtumoren, Knochen- und Netzhauttumoren.

Prof. Dr. Michael Foerster leitet seit 19 Jahren die Augenklinik der Charité - Campus  Benjamin Franklin und ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Tumoren des Augenhintergrundes. Diese Tumoren sind eine besonders heimtückische Krankheit, die nicht nur das Sehvermögen, sondern auch das Leben der Erkrankten bedrohen kann.


SNI GOES PUBLIC im Vortragssaal des Ethnologischen Museums Dahlem

Am 25. Februar 2010 um 20.00 Uhr wird Frau Dr. habil. Ina Reiche (CNRS Louvre, Paris) einen Vortrag halten mit dem Titel:

"Von LASCAUX bis REMBRANDT: Unsere Kulturgüter im Blickfeld wissenschaftlicher Großgeräte".

Wie bemalten die Menschen vor ca. 16.000 Jahren die Felswände der Lascaux-Höhle oder mit welchen Zeichen- und Malmitteln arbeitete Rembrandt? Solche und ähnliche Fragen werden spätestens seit dem 19. Jahrhundert nicht nur geisteswissenschaftlich sondern auch naturwissenschaftlich untersucht. Aufgrund der Vielseitigkeit der Fragestellungen und der Vielfalt der Objekte und Materialien werden verschiedenste an die jeweilige Aufgabenstellung angepasste Untersuchungsansätze entwickelt.

Gezielte Analysen ermöglichen es im Labor, zahlreiche Probleme zu lösen. Dennoch müssen für bestimmte Untersuchungen an Kulturgut vielfach Großgeräte (Synchrotronquellen, Hochenergie-Teilchenbeschleuniger oder sogar Neutronenquellen) eingesetzt werden, so z.B. für die Alters-, Herkunfts- bzw. Technologiebestimmung anhand von chemischen oder strukturellen Markern wie Spurenelementgehalte, Isotopenverhältnisse, spezielle Phasen oder chemische Spezies. Derartige Marker spielen außerdem für die Studien von Alters­erscheinungen und Konservierungs­problemen eine wichtige Rolle.

Am Beispiel der Analysen von ur- bis neuzeitlichen Mal- und Zeichentechniken sollen die Ansatzpunkte, Schwierigkeiten und besondere Methodenentwicklungen im Bereich der Kunst- und Kulturgutuntersuchung mit wissenschaftlichen Großgeräten illustriert werden.

Untersuchungen an prähistorischen Höhlenmalereien (u. a. in Lascaux, Frankreich), an altägyptischen Tempelreliefen, an europäischen Renaissancebildern sowie Zeichnungen und Gemälden aus dem Goldenen Zeitalter (z.B. von Rembrandt) werden vorgestellt.

Frau Dr. habil. Ina Reiche studierte Chemie und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, in Toulouse und an der Sorbonne in Paris. Sie promovierte 2000 an der Université Pierre et Marie Curie Paris VI in Materialwissenschaften. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rathgen-Forschungslabor (RF) der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB). Seit 2003 ist sie als Wissenschaftlerin des CNRS, Centre National de la Recherche Scientifique,  im Forschungszentrum der französischen Museen (C2RMF UMR 171 CNRS), Louvre, Paris, tätig.