Strukturelle Untersuchungen an Volumenmaterial (Pulver), die begleitend zu den Untersuchungen an dünnen Schichten durchgeführt werden, bilden eine wichtige Grundlage für technologische Entwicklungsaspekte. Darüberhinaus wird so Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Forschung an Dünnschichten verbunden. Mittels Festkörpersynthese werden Pulverproben mit einer bestimmten chemischen Zusammensetzungen gezielt synthetisiert. Die Untersuchungen an Volumenmaterial bieten folgende Vorteile:
Zum Studium von Kompensationseffekte sollen komplementäre Elemente in das Absorbermaterial eingebaut werden. So werden z. B. durch eine Substitution 2In3+ ↔ Zn2+ + Sn2+ bzw. 2In3+ ↔ Zn3+ + Sn3+ die Mischkristallserien zwischen der ternären Verbindung CuBIII S2 (BIII=Ga, In) und Kesterit (Cu2ZnSnS4) realisiert. Dabei ist die Frage der Platzbesetzung von grundlegender Bedeutung, da diese einen entscheidenden Einfluß auf die Defektbildung und damit auf die elektronischen Eigenschaften des Absorbermaterials hat. Hochtempertur in-situ Beugungsexperimente ermöglichen ein Studium der Phasenbildungsprozesse sowie der strukturellen Phasenübergänge im Volumenmaterial.
Zielstellung der systematischen Untersuchungen an Volumenmaterial:
Eingesetzte Methoden:

In-situ Hochtemperaturbeugungsexperimente mit Synchrotronstrahlung: Sequenz von Pulverdiffraktogrammen von CuInSe2 im Temperaturbereich 799°C – 808°C (λ=0.141068 Å). Die Temperaturdifferenz zwischen zwei Messungen ist 1 K. Der strukturelle Phasenübergang von der tetragonalen Chalkopyritstruktur zur kubischen Sphaleritstruktur wird durch das Verschwinden typischer Reflexe der Chalkopyritstruktur, wie z. B. dem 101-Reflex, deutlich. (S. Schorr, G. Geandier, Crystal Research and Technology 41 (2006) 450-457)