Den weltweiten Handel und Umgang mit hochangereichertem und damit waffenfähigem Uran zu unterbinden oder zumindest zu minimieren ist unbestritten ein wichtige Aufgabe. Daher gibt es bereits seit 1976 das von den USA initiierte RERTR Programm (Reduce Enrichment for Research and Triga Reactors). Ziel dieses Programmes war und ist es, Forschungsreaktoren, die seinerzeit alle mit hochangereichertem Uran(HEU High Enriched Uranium) betrieben wurden, auf niedrigangereichertes (LEU Low Enriched Uranium) und somit nicht waffenfähiges Uran umzustellen. Um das zu ermöglichen, sind im Rahmen dieses Programmes neue kompaktere Brennstoffe entwickelt worden.
Zur Beschleunigung der Umstellung, haben die USA im Jahr 1996 zudem angeboten, abgebrannte Brennelemente aus Forschungsreaktoren zurückzunehmen, die von hoch auf niedrigangereichertem Brennstoff umgestellt haben bzw. deren Umstellung verbindlich zugesagt wurde.
Auch der BERII wurde in den Jahren 1997 bis 2000 auf niedrigangereichertem Brennstoff umgestellt, so dass dieser Entsorgungsweg vom Helmholtzzentrum gewählt werden konnte. Er ist unzweifelhaft für das Helmholtzzentrum der beste, weil die abgebrannten Brennelemente in das Eigentum des DOE (Department of Energy) übergehen und damit keine weitere Behandlung oder Lagerung in Deutschland notwendig ist. Ursprünglich sollte das USA-Angebot nur für Brennelemente gelten, die bis 2006 anfallen würden. Es ist dann aber bis zum Jahr 2016 verlängert worden. Um über dieses Jahr hinaus den Entsorgungsweg sicherzustellen, erarbeitet das HZB gemeinsam mit der TU-München und der Uni Mainz, die Voraussetzungen für eine Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente bis zur Fertigstellung eines deutschen Endlagers.
Nach Abschluss des Vertrages mit der DOE im Sommer 1996 wurden in drei Transporten in den Jahren 1997, 1999 und 2000 alle abgebrannten Brennelemente mit hochangereichertem Uran in die USA verbracht.
Seitdem gibt es auf dem HZB-Gelände keinen hochangereicherten Brennstoff mehr. Inzwischen fanden zwei weitere Transporte statt mit je 33 abgebrannten Brennelementen, die nur noch niedrigangereichertes Uran enthielten.