Entdeckung

Walther Bothe und Herbert Becker beschrieben im Jahr 1930 einen ungewöhnlichen Typ von "Gammastrahlung", der entstand, wenn sie das Metall Beryllium mit Alpha-Teilchen (Helium-Kerne) bestrahlten. James Chadwick erkannte, dass die Eigenschaften dieses Typs Strahlung eher mit denen eines bereits 12 Jahre zuvor von Ernest Rutherford vermuteten neutralen Teilchens als Kernbaustein in Einklang war. Als schließlich Irène Joliot-Curie (die Tochter von Marie und Pierre Curie) und ihr Ehemann Frédéric Joliot-Curie behaupteten, dass Bothes "Gammastrahlung" in der Lage war aus Paraffin Protonen mit hoher Energie herauszuschlagen, war für James Chadwick klar, dass nur Neutronen mit einer vergleichbaren Masse wie der der Protonen dazu in der Lage sind.

In den folgenden Experimenten im Jahr 1932 konnte Chadwick zeigen, dass es sich bei der von dem bestrahlten Beryllium ausgesendeten Strahlung in der Tat um die vermuteten neutralen "Kernteilchen", den Neutronen handelte. Mit dieser Entdeckung konnte die Beschreibung des Atomaufbaus vollendet werden: Der Atomkern, bestehend aus Protonen und Neutronen und wird von einer Elektronenhülle umgeben. Bei einem elektrisch neutralen Atom entspricht die Anzahl der negativ geladenen Elektronen in der Atomhülle immer denen der positiv geladenen Protonen im Atomkern, wohingegen die Anzahl der Neutronen im Kern variieren kann.

Für die Entdeckung der Neutronen erhielt James Chadwick 1935 den Nobelpreis für Physik. Die Entwicklung der Kernphysik wurde dadurch sehr beschleunigt und führte im Jahr 1938 zur Entdeckung der neutroneninduzierten Spaltung eines Atomkerns durch Otto Hahn und Fritz Straßmann. Im Jahr 1945 wurde Chadwick von der Englischen Queen in den Adelstand erhoben.

Eigenschaften