Solarenergieforschung mit Dampf

Susanna Harndt hat ihre Diplomarbeit am HZB erfolgreich abgeschlossen

Susanna Harndt hat für ihre Diplomarbeit im ILGAR -Labor gemessen

Routiniert greift Susanna Harndt nach einer Laborbrille, die in einem Korb am Eingang des Labors liegt. In den letzten Monaten hat sie die Brille oft gebraucht. Für ihre Diplomarbeit, die sie am HZB geschrieben hat, hat Susanna Harndt im ILGAR-Labor in Wannsee viele Proben angefertigt und ausgewertet. Nun hat sie ihren Abschluss in der Tasche, als eine der besten Absolventen ihres Jahrgangs. Die Diplom-Ingenieurin für Umwelttechnik hat an der Hochschule für Technik und Wirtschaft studiert.

Susanna Harndt kam vor einigen Jahren als studentische Mitarbeiterin in die Solarenergieforschung des HZB. In ihrem Studium hat sie sich früh für die Photovoltaik begeistert. „Wir haben viel über Elektrotechnik und andere umweltfreundliche Technologien gelernt. Aber ich wollte unbedingt praktisch arbeiten. Hätte man uns gezeigt, wie man eine Windkraftanlage baut, dann wäre ich jetzt vielleicht Expertin dafür. Solarzellen zu fertigen, schien mir auf den ersten Blick leichter“, verrät sie. Sie zeigt den Laborplatz, an dem sie für ihre  Diplomarbeit gemessen hat: Der Aufbau erinnert auf den ersten Blick ein wenig an ein Nasschemieexperiment aus dem Chemieunterricht, ist aber tatsächlich viel komplexer. Hier werden dünne Schichten zur Herstellung von Dünnschichtsolarzellen abgeschieden, unter anderem cadmiumfreie Pufferschichten. Susanna Harndt hat den Einfluss des Chlorgehaltes in der Pufferschicht auf die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Indiumsulfidschicht hin untersucht. Im nächsten Schritt hat sie herausgefunden, dass der Wirkungsgrad der Solarzelle mit zunehmendem Chlorgehalt steigt. Warum das so ist, ist keine triviale Frage: „Oft kann man den Wirkungsgrad eben nicht nur auf einen Einflussfaktor zurückführen. Nun wollen wir weitere Untersuchungen anstellen. Wir müssen zum Beispiel klären, wie es mit anderen Absorbermaterialien aussieht“, erklärt Susanna Harndt. „Es gibt viele offene Fragen, die ich mit meiner Untersuchung angestoßen habe.“

Die eigenen Forschungen haben ihre Neugier beflügelt. Sie wird  bis zum  Beginn Ihrer Dissertation am Zentrum bleiben und als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der ILGAR Gruppe arbeiten. Ihre Berufsperspektive danach sieht sie in der Forschung, ein Grund dafür ist auch das inspirierende Arbeitsklima: „Jeder hilft jeden und der Austausch innerhalb der Arbeitsgruppe am HZB ist wirklich klasse.“ Mit so viel Forschergeist im Blut hat Susanna Harndt auch die Betreuerin ihrer Diplomarbeit am HZB, Dr. Sophie Gledhill, überzeugt. „Ihre Arbeit hat ein ganz ungewöhnlich hohes Niveau und sie ist eine der besten Absolventen ihres Jahrgangs“, erzählt sie.

Autorin: Silvia Zerbe (November 2010)