„Theorie braucht Experimente, um sich zu bewähren“

Dr. Edlira Suljoti arbeitet im Bereich „Methoden und Instrumentierung der Forschung mit Synchrotronstrahlung“

Dr. Edlira Suljoti an ihrem Arbeitsplatz.

Edlira Suljoti forscht schon seit 2004 am früheren BESSY-Institut in Adlershof, das mittlerweile zum HZB gehört. So lange lebt sie auch schon in Deutschland. Aufgewachsen ist sie aber im südlichen Teil Albaniens. Über Berlin sagt sie lachend: „Die letzten zwei Winter waren die kältesten meines Lebens, aber ich habe auch noch keinen so schönen Schnee erlebt.“

Es ist aber zum Glück nicht nur die Kälte, die Edlira Suljoti mit Berlin verbindet. Nicht ohne Grund führt sie am HZB schon seit sieben Jahren Messungen im Bereich der Synchrotronstrahlung durch. „Das HZB ist sehr gut organisiert und es gibt hier im Synchrotronstrahlungslabor die besten Spezialisten weltweit. Die Zusammenarbeit macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch unsere Forschung maßgeblich voran“, sagt sie. Um am HZB zu forschen, hat Edlira Suljoti über viele Jahre hinweg keine weiten Wege gescheut. Bereits während ihrer Dissertation an der Universität Hamburg und der damit verbundenen Forschung am Hamburger Synchrotronstrahlungslabor HASYLAB ist sie oftmals mit ihrem wissenschaftlichen Team für Messungen nach Berlin gefahren. „Die am HZB durchgeführten Experimente waren stets erfolgreich“, sagt sie, „und wir sind immer sehr zufrieden nach der Messzeit nach Hamburg zurückgekehrt.“ Deswegen war sie froh, die neue Stelle hier am HZB angeboten zu bekommen. Um nach Berlin ziehen zu können, hat sie sogar ihren Postdoc an der Universität Utrecht in Holland unterbrochen.

Seit 14 Monaten arbeitet Edlira Suljoti mittlerweile im Bereich „Methoden und Instrumentierung der Forschung mit Synchrotronstrahlung“. Edlira Suljotis Aufgabe ist die instrumentelle Überwachung der Beamline UE52 SGM. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen entwickelt sie Experimente und Maschinen auf einem hohen technischen Niveau, um den Nutzern der Synchrotronstrahlungsquelle des HZB hervorragende Voraussetzungen für ihre Messungen bieten zu können. In ihrer eigenen Forschung untersucht Edlira Suljoti derzeit mit spektroskopischen Methoden die elektronischen Eigenschaften von Nanoteilchen auf atomarer Ebene. Ihr momentanes Lieblingsprojekt ist die Untersuchung der elektronischen Struktur von Katalysatoren, die in der Industrie verwendet werden können, um saubere Energie aus Bioprodukten herzustellen. Ihre Forschung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Industrie ist Edlira Suljoti sehr wichtig. „Theorie braucht immer Experimente, um sich zu bewähren“, sagt sie über ihre Arbeit. Trotz ihrer anspruchsvollen Forschungsaufgaben am HZB bleibt ihr aber noch genügend Zeit, um ab und zu nach Albanien zu reisen. Dort besucht sie ihre Eltern und Freunde und freut sich darauf, Sonne zu tanken. Aber auch in Berlin fühlt sie sich wohl und ist hier mittlerweile heimisch geworden.

Einer ihrer Lieblingsplätze ist der Hackesche Markt in Berlin-Mitte mit seinen vielen Cafés und dem trubeligen Leben. Hier hat sie vor allem die frischen Salate schätzen gelernt, die in vielen Restaurants angeboten werden. „Obwohl ich eigentlich deftiges mediterranes Essen mag, ernähre ich mich sehr gesund hier in Deutschland“, sagt Edlira Suljoti lachend. Und Salate kann sie auch draußen bei angenehmen Temperaturen genießen, wenn Berlin ein schöner Herbst bevorsteht. 

Autorin: Deborah Jüngling (September 2011)