Open Access am Zentrum

Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung, was Sie zum offenen Zugang zu Veröffentlichungen aus dem Zentrum wissen sollten.

Allgemeinere Informationen zu Open Access finden sie hier.

Sind im Zentrum entstandene Arbeiten öffentlich zugänglich im Sinne von Open Access?

Sie sollten es sein seit Mitte 2006 sein, als die Publikationsordnung entsprechend geändert worden ist. Seitdem sollten alle Veröffentlichungen aus dem Zentrum auf den Institutsserver eingestellt werden. Wir beschreiten hier den "grünen Weg" zu Open Access, d.h. den Zugang zu Veröffentlichungen über sogenannte Zweitveröffentlichungen auf dem Institutsserver. Das Urheberrecht erlaubt seit 2014 explizit dieses Angebot.

Sicher sind der Verlage die Haupt-Verhinderer beim Prozess des Open Access?

Nein, das stimmt nicht. Es gibt nur eine ganz kleine Zahl von Verlagen, die durch ihre Urheberrechts-Vorschriften (auch Copyrights genannt) ein elektronisches Verbreiten von Journal-Artikeln durch Einstellen auf Institutsservern ausschließen. Die meisten Verlage lassen das zu, wenn ihre Urheberrechts-Vorschriften beachtet werden! Die Weiterverwendung der Inhalte ist aber sehr unterschiedlich geregelt.

Müssen sich denn Autoren mit dem Urheberrecht auseinandersetzen?

Ja, denn die Autoren sind die Urheber und unterschreiben die Nutzungsverträge der Verlage. Sie sollten schon in groben Zügen verstehen, was sie da unterschreiben. Auch wenn sie Inhalte anderer Veröffentlichungen weiterverwenden möchten (z.B. Abbildungen) müssen sie die Rechte dazu vorher erlangen. Das kann teuer oder gar unmöglich sein. Bei Gold-Open-Access (CC-BY) haben sie diese explizit!

In der Frage des Open Access aber ist im Zentrum festgelegt, dass die Bibliothek für die Autoren die zusätzlichen Verträge für Open Access (da fließt Geld) abschließt. Sie schließen zuerst einen Überlassungsvertrag ab, mit dem Sie das Recht an der Veröffentlichung dem Verlag übergeben und nachfolgend wird ein weiterer Vertrag (für den meist bezahlt werden muss) über die Open Access Lizenz (CC-BY sollte die Regel sein) mit Hilfe der Bibliothek abgeschlossen. Die Bibliothek begleitet diesen Prozess.

Es gibt doch Archiv-Server, wo Urheberrechte keine Rolle spielen. Warum ist das so?

Archiv-Server wie ArXiv von  Los Alamos sind entstanden als ein innovativer, schneller Ersatz für das einst gebräuchliche Verschicken von Preprints. Sie werden in manchen Gemeinschaften rege genutzt, andere lehnen sie ab. Sie erheben allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder darauf, dass die abgelegten Dokumente tatsächlichen Veröffentlichungen entsprechen. Urheberrechts-Vorschriften von Verlagen gelten dort auch, wenn Material nach dem Unterzeichnen des Copyrights dort abgelegt wird.

Bei den großen Verlagen sollte doch alles über deren Urheberrecht bekannt sein?

Ja, bei denen schon, obwohl sich das im Laufe der Zeit ändern kann. Ein größeres Problem beim Open Access stellen aber die Konferenzbeiträge dar, wenn Konferenz-Proceedings nicht als Zeitschriften-Sonderbände herausgegeben werden. Dann ist das Urheberrecht völlig unklar. Das betrifft ca. 50% der Veröffentlichungen aus dem Zentrum und gerade solche Konferenzbände sind oft nicht leicht zugänglich.

Habe ich nicht mit der Abgabe von Belegexemplaren in PASTA alles getan?

Die Belegexemplare werden zumeist auf Papier in der Bibliothek abgegeben. Papier lässt sich nicht auf den Institutsserver legen. Sie sind deshalb zusätzlich verpflichtet elektronische Versionen hochzuladen.

Und wenn ich das Belegexemplar elektronisch abgebe?

Das Belegexemplar zeigt die Version, in der die Veröffentlichung tatsächlich statt gefunden hat. Zum Hochladen braucht es aber - das Zweitveröffentlichungsrecht erlaubt dieses - eine elektronische (pdf) Version, die die Autoren selber besorgt haben. Diese Autorenversion soll natürlich inhaltsgleich sein mit der veröffentlichten Verlagsversion, darf aber nicht genau die Verlagsversion sein. Eine Ausnahme sind die Gold-Open-Access-Artikel, welche nicht auf dem Institutsserver abgelegt werden. Diese sind jederzeit frei über die Verlage und Suchmaschinen mit ihrer DOI erreichbar.

Dann sind also die veröffentlichte Verlags-Version und die Green Open Access-Version verschieden?

Sie sind im Falle der meisten Veröffentlichungen im Layout verschieden, im Inhalt aber sollen sie deckungsgleich sein. Und darauf kommt es an!

Mir ist das alles zu bürokratisch, geht es nicht einfacher?

Lassen Sie uns nachrechnen. Beim Unterschreiben des Überlassungsvertrags eine (elektronische) Kopie machen, macht max. 2 Minuten. Das aufheben und ggf. der Bibliothek schicken, macht 5 Minuten. Am freudigen Tag des Erscheinens Ihrer Arbeit das Autoren-pdf der Bibliothek zuschicken, macht 5 Minuten. Zusammen gerechnet sind wir bei 12 Minuten Extraarbeit. Wenn es einfacher gehen könnte, sagen Sie es bitte uns. Wir sind für alles gern ansprechbar.

Bei Gold-Open-Access begleiten wir Sie beim Abwickeln mit dem Verlag. Sprechen Sie uns vorher bitte an! Wenn erst die Rechnung des Verlags bei uns eingeht, ist es zu spät für Änderungen und Sie haben vielleicht Geld und Zeit verschwendet, da z.B. die EU finanzieren und abwickeln (!) hätte können! Wichtig: Verträge außer den Autorenverträgen zur Nutzungsüberlassung dürfen Sie nicht unterschreiben! Wenden Sie sich dazu an die Bibliothek.

Wird es "goldenen Weg", also Gold Open Access am HZB geben?

Der "goldene Weg" des Open Access meint die Veröffentlichung in einem Journal, das offen zugänglich ist, also nicht über eine Subskription bzw. einen Lizenzvertrag, wie ihn sonst die Bibliothek für Sie abschließt. Es gibt solche reinen Open-Access-Zeitschriften, etwa PLoS One, Nature Communications oder Scientific Reports. Es haben sich bereits hochangesehene Open-Access-Zeitschriften etabliert.

Unsere Mittelgeber (Bund, Berlin, EU, DFG...) ermuntern dazu, diesen Weg zu gehen und bieten besondere Finanzierungen und Dienstlesitungen dafür an. Bei EU-Projekten ist OA Pflicht und wird gefördert.

Für 2018 haben wir mit der Royal Society of Chemistry (RSC) eine Vereinbarung getroffen, wonach alle Veröffentlichungen mit correspnding authors des HZB in deren subskriptionsbasierten Journalen Gold Open Access werden (das sind sog. hybride Journale). Im Projekt DEAL werden mit drei Verlagen (Elsevier, Springer Nature und Wiley) ähnliche Verträge national verhandelt. Bis auf Elsevier kann es ab 2019 zum Abschluss kommen. Langfristig sollen alle Journale reine Open-Access-Zeitschriften werden.

Ich habe gehört, dass auch Open-Access-Zeitschriften nicht umsonst sein können

Eine effektive Editoren-Tätigkeit kann nicht umsonst sein. Auch die Tätigkeit der Gutachter ist schließlich nicht umsonst, das bezahlen die Institute der Gutachter mit den Gehältern oder mit der Besoldung der Gutachter.

Diese Kosten zahlen eben nicht mehr nur die Leser, sondern die Publizierenden. Hybride Zeitschiften enthalten freie Artikel und kosten dennoch Subskriptionsgebühren. Die damit verbundene doppelte Bezahlung soll durch die Translation in reine Open-Access-Zeitschriften und spezielle Abkommen mit den Verlagen überwunden werden.

Manche Zeitschriften lassen sich den Offenen Zugang bezahlen und das ist sehr teuer.

Ja, das ist insbesondere sehr teuer, weil die Subskription bzw. der bezahlte Zugang zur Zeitschrift ja weiter bestehen muss, solange die nicht insgesamt Open Access ist. Da bezahlen die, die für Open Access bezahlen, tatsächlich doppelt.

Was könnte denn eine Veröffentlichung nach dem Goldenen Weg kosten?

Die Spanne ist sehr groß, von 0 € bis über 5000 € wurden schon gezahlt. Das sind auch "Mondpreise", die jetzt von Verlagen gefordert werden. Durch DEAL und andere Translationsverträge wird versucht, die Kosten im Rahmen der bisherigen Subskriptionskosten insgesamt zu halten. Mehr als etwa 800 € je Veröffentlichung ist da nicht möglich. Die großen Verlage sind noch weit über diesen Beträgen.

Open Access nach dem Goldenen Weg kann nicht kostenlos sein. Aber der Zugang zu Veröffentlichungen müsste preiswerter sein als gegenwärtig, denn es fielen Ausgaben weg, die jetzt für Marketing und Vertrieb vorhanden sind, nicht zu sprechen von den erwirtschafteten Gewinnen im gegenwärtigen System. Dieser Mehrwert wird z.B. bei den DEAL-Verhandlungen gegen einen erweiterten Zugriff auf alle Zeitschriften eingelöst.

Open-Access-Veröffentlichungen werden über die Bibliothek abgewickelt, bitte wenden Sie sich vorher an uns! Die Kosten kommen noch aus ihren Kostenstellen, ein Fonds dafür haben wir aktuell nicht.

Es geht also gar nicht primär um Geld beim Thema Open Access?

Es geht primär um den offenen Zugang zu Veröffentlichungen aus öffentlich finanzierter Forschung. Es geht um die Förderung von Forschung: Jede Person soll auf Ergebnisse Zugriff haben und die Forschung voranbringen können, im Interesse aller Beteiligten.

Um Geld geht es auch, wenn das eine Person nämlich nicht hat, um sich den Zugang über Zeitschriften kaufen zu können. Dass aber die, die sich gegenwärtig den Zugang noch kaufen können, durch Open Access vielleicht sparen, kann nur ein Nebeneffekt sein, wenn auch ein angenehmer.