Nachgerüstet für die Zukunft - Kalte Quelle und Flugzeitspektrometer am BERII

Mit dem Umbau der kalten Quelle des Forschungsreaktors BER II bringt das HZB das Großgerät auf den aktuellsten Stand der Technik. Zudem wird bis 2014 ein neues Flugzeitspektrometer aufgebaut.
 

Seit Oktober 2010 ruhen die Experimente an BER II, doch für die Wissenschaftler bedeutet das nicht, dass sie die Hände in den Schoß legen können. Im Gegenteil, mit dem Umbau der kalten Quelle (siehe Kasten) wird der Reaktor einer umfangreichen Ertüchtigung unterzogen. Ziel ist es, die Qualität der Anlage so zu verbessern, dass sie weltweit konkurrenzfähig bleibt. Um das zu erreichen, werden vier aufeinander abgestimmte Maßnahmen durchgeführt: Die kalte Quelle erhält eine neue Geometrie und ein neues konisches Strahlrohr, eines der wichtigsten Bauteile des Reaktors. „Damit werden wir eine Flusssteigerung der Neutronen von 60 Prozent erreichen“, sagt der kommissarische Hauptabteilungsleiter Dr. Norbert Stüßer. Als zweite Maßnahme werden die Neutronenleiter erneuert, durch die die Neutronen vom Reaktor zu den Experimentierplätzen gelangen. „Durch ihren größeren Querschnitt sowie einer neuen Oberflächenbeschichtung können wir damit den Neutronenfluss bis zum Fünffachen steigern“, erklärt Stüßer den Vorteil. Außerdem werden einige Instrumente wie etwa der Tomographiemessplatz (Conrad) und das Dreiachsenspektrometer FLEX umgestellt und können so besser genutzt werden. FLEX erhält nun eine attraktive Leiterendposition und darüber hinaus ein neues Primärspektrometer. Bald soll der Reaktor wieder in Betrieb gehen. Die Maßnahmen an den Instrumenten werden in Kürze abgeschlossen werden.

Das Flugzeitspektrometer wird umgebaut
und in einem Anbau untergebracht.

Das neue Flugzeitspektrometer
Als vierte Maßnahme wird ein neues Flugzeitspektrometer NEAT aufgebaut, dessen Leistungsfähigkeit das Vierzigfache des alten Instruments betragen und so neue Forschungsfelder auf den Gebieten Magnetismus, Materialwissenschaften und Weiche Materie eröffnen soll. Wesentliche Elemente des Umbaus sind der Einsatz modernster Superspiegelleiter und die Vergrößerung des Strahlquerschnitts. Zudem wird die Reichweite des Detektorwinkels durch ortsauflösende Detektoren vergrößert. Sie ermöglichen Untersuchungen von Einkristallen und bieten optimale Möglichkeiten für extreme Probenumgebungen. Durch einen Anbau an die Neutronenleiterhalle wird für das modernisierte Instrument, dessen Übergabe in den Nutzerbetrieb für 2014 geplant ist, eine optimale Probenanbindung gewährleistet.