19.04.2010

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Eberhard Jaeschke

(german)

Prof. Dr. Eberhard Jaeschke

Der langjährige Geschäftsführer der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) wird für seine Verdienste zur Entwicklung von Teilchenbeschleunigern geehrt.

Prof. Dr. Eberhard Jaeschke, 1991 bis 2008 Technischer Geschäftsführer der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY), erhält am 21. April aus den Händen des Berliner Wissenschaftssenators, Jürgen Zöllner, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bundespräsident Jaeschkes „herausragende Beiträge zur Physik und Technologie von Teilchenbeschleunigern und seine Verdienste um die nationale und weltweite Forschung mit Synchrotronstrahlung“.

Prof. Jaeschke ist es ganz wesentlich mit zu verdanken, dass die Anlage BESSY II gebaut wurde und ihren Standort im Ostteil der Hauptstadt, in Adlershof bezog. 1991 kam er nach Berlin, um Deutschlands erste Synchrotronquelle der dritten Generation zu projektieren.1994 begannen in Adlershof die Bauarbeiten, was als Startschuss für den neuen Wissenschaftsstandort gewertet werden kann.

Zuvor war Jaeschke bereits Leiter anderer Beschleunigerprojekte, etwa am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Dort konzipierte er einen Schwerionen Linearbeschleuniger, und von 1986 bis 1988 hat er den weltweit ersten Schwerionen Kühlerring mit Laser- und Elektronenkühlung aufgebaut, eine Anlage, an der unter anderem Experimente zur speziellen Relativitätstheorie durchgeführt werden.

Eberhard Jaeschke hat von 1960 bis 1967 Physik in Princeton (USA) und Erlangen studiert. 1970 promovierte er mit einer Arbeit zur Nuklearen Festkörperphysik. Durch zahlreiche Auslandsaufenthalte, zum Beispiel in den USA, Japan, Kanada und Russland, hat er sich international vernetzt und überall in der Welt Beschleunigerkonzepte studiert und an Projekten mitgearbeitet. Mit diesem Wissen ist er selbst zu einem Pionier der modernen Technologien geworden. Auch nach seinem Ausscheiden als Geschäftsführer ist er in nationalen und internationalen Gremien tätig und nach wie vor ein gefragter Berater beim Konzipieren von Strahlungsquellen der nächsten Generation. Am Helmholtz-Zentrum Berlin wird dies ein so genannter Energy Recovery Linac (ERL) werden, eine Kombination aus Linearbeschleuniger und Speicherring. Eberhard Jaeschke hatte noch als BESSY-Geschäftsführer die Arbeiten an dem Prototyp, BERLinPro, so weit vorangetrieben, dass das Projekt von allen wissenschaftlichen Begutachtungsgremien beste Noten erhielt und nun auf dem Wege ist.

In den letzten Jahren seiner Tätigkeit als BESSY-Geschäftsführer setzte er sich für die Fusion der BESSY GmbH mit dem damaligen Hahn-Meitner-Institut ein. Diese wurde 2009 vollzogen und mündete in die Gründung des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie.