Neues Labor von Helmholtz-Zentrum Berlin und Freier Universität Berlin eröffnet

Prof. Anke Kaysser-Pyzalla und Prof. Peter Andr&eacute; Alt haben<br />das Band durchgeschnitten, das Labor ist offen.<br />Foto: HZB

Prof. Anke Kaysser-Pyzalla und Prof. Peter André Alt haben
das Band durchgeschnitten, das Labor ist offen.
Foto: HZB

Blick in das neue Labor<br />Foto: Bernd Wannenmacher

Blick in das neue Labor
Foto: Bernd Wannenmacher

Flüssigkeiten und Materialien in Lösung mit modernsten Methoden durchdringen

Mit einer Feierstunde in Dahlem ist am Freitag eine neue Forschungseinrichtung des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) und der Freien Universität Berlin eröffnet worden. Es bietet bisher unerreichte Möglichkeiten zur Untersuchung von funktionalen Materialien in Lösung. Die untersuchten Materialien können moderne metallische Werkstoffe sein, aber auch biologische Substanzen wie Proteine. Das Labor ist an zwei Standorten angesiedelt: am Elektronenspeicherring Bessy II im Technologiepark Adlershof und an einem neuen Laserlabor der Freien Universität. Geleitet wird die Einrichtung von Prof. Dr. Emad Flear Aziz, Juniorprofessor am Fachbereich Physik der Freien Universität.

Emad Aziz und sein Team erforschen in der neuen Einrichtung mithilfe von Hochleistungslasern und der sogenannten Synchrotron-Strahlung unter anderem Struktur und Eigenschaften von Flüssigkeiten und Grenzflächen, beispielsweise zwischen zwei Flüssigkeiten, die sich nicht mischen lassen. Für die Arbeit stehen den Wissenschaftlern 3,5 Millionen Euro in einem Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung. Die Erkenntnisse der Materialforschung kommen unter anderem Innovationen in der Medizintechnik und der Energiebranche zugute, etwa bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs und bei der Entwicklung von Solarzellen.

Die wissenschaftliche Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums Berlin, Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, betonte bei der Eröffnung, das gemeinsame Labor biete großartige Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern beider Institutionen, aber auch mit Forschergruppen weltweit. Sie äußerte ebenso wie der Präsident der Freien Universität, Prof. Dr. Peter-André Alt, die Hoffnung, dass es zu weiteren Kooperationen dieser Art komme. Alt bezeichnete das HZB als einen der wichtigsten Partner in der Region. Professor Aziz und das nun gegründete Labor verkörperten das im Zukunftskonzept der Freien Universität angelegte Ziel, herausragende Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland zu fördern und regionale Netzwerke zu bilden.

Der gebürtige Ägypter Emad Flear Aziz leitet seit Anfang 2009 eine von der Helmholtz-Gemeinschaft geförderte Nachwuchsgruppe mit dem Forschungsschwerpunkt „Funktionale Materialien in Lösung“ am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie; seit zwei Jahren ist er Juniorprofessor am Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin. Zusammen mit seiner Nachwuchsgruppe hat er an der Synchrotronstrahlungsquelle Bessy II des Helmholtz-Zentrums Berlin in Adlershof neue und mehrfach ausgezeichnete Methoden zum Einsatz gebracht, mit denen er biologische und biochemische Materialien in Lösungen untersuchen kann. 2011 wurde Aziz für seine Forschungen mit einem „ERC Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates ausgezeichnet. Außerdem erhielt er den Karl-Scheel-Preis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin.

Pressestelle FU-Berlin
Carsten Wette
Telefon: 030 / 838-73189
E-Mail: carsten.wette@fu-berlin.de

Das könnte Sie auch interessieren

  • Alexander Gray kommt als Humboldt-Fellow ans HZB 
    Nachricht
    12.08.2022
    Alexander Gray kommt als Humboldt-Fellow ans HZB 
    Alexander Gray von der Temple University in Philadelphia, USA, arbeitet gemeinsam mit dem HZB-Physiker Florian Kronast an der Erforschung neuartiger 2D-Quantenmaterialien an BESSY II. Mit dem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung kann er diese Zusammenarbeit nun vertiefen. Bei BESSY II will er tiefenaufgelöste röntgenmikroskopische und -spektroskopische Methoden weiterentwickeln, um 2D-Quantenmaterialien und Bauelemente für neue Informationstechnologien zu untersuchen. 
  • Grüner Wasserstoff: Nanostrukturiertes Nickelsilizid glänzt als Katalysator
    Science Highlight
    11.08.2022
    Grüner Wasserstoff: Nanostrukturiertes Nickelsilizid glänzt als Katalysator
    Elektrische Energie aus Wind oder Sonne lässt sich als chemische Energie in Wasserstoff speichern, einem hervorragenden Kraftstoff und Energieträger. Voraussetzung dafür ist allerdings die effiziente Elektrolyse von Wasser mit kostengünstigen Katalysatoren. Nanostrukturiertes Nickelsilizid kann die Effizienz der Sauerstoffentwicklungsreaktion an der Anode deutlich steigern. Dies zeigte nun ein Team aus dem HZB, der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin im Rahmen der Forschungsplattform CatLab unter anderem auch mit Messungen an BESSY II.
  • RBB Abendschau zu Besuch bei CatLab
    Nachricht
    01.08.2022
    RBB Abendschau zu Besuch bei CatLab
    CatLab bekam Besuch von der rbb Abendschau.
    Unter dem Titel "Der Weg weg vom Erdgas" wurde der Beitrag am Sonntag, 31. Juli in de rbb Abendschau ausgestrahlt und wird für 7 Tage in die rbb-Mediathek verfügbar.