1200 Beschleunigerphysiker aus aller Welt treffen sich in Dresden

Auf der "IPAC-Student Poster Session" präsentierten die HZB-Doktoranden Jens Völker und Christoph Kunert ihre Arbeit. Sie erhielten einen "Student Grant".

Auf der "IPAC-Student Poster Session" präsentierten die HZB-Doktoranden Jens Völker und Christoph Kunert ihre Arbeit. Sie erhielten einen "Student Grant".

Im HZB-Testlabor HoBiCaT wird an supraleitende Kavitäten geforscht. Sie sind wichtige Komponenten für die Lichtquellen der Zukunft.

Im HZB-Testlabor HoBiCaT wird an supraleitende Kavitäten geforscht. Sie sind wichtige Komponenten für die Lichtquellen der Zukunft.

Zum ersten Mal findet die weltgrößte Beschleunigerkonferenz in Deutschland statt, zu der vom 15. bis 20. Juni etwa 1200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden erwartet werden. Auf der 5. Internationalen Konferenz IPAC tauschen sich die Experten über Fortschritte aus, die sie bei der Weiterentwicklung von Beschleunigern und deren Komponenten erzielt haben.

Experimente mit beschleunigten Teilchen haben viele wertvolle Erkenntnisse für Wissenschaft und Gesellschaft hervorgebracht. Sie sind in der modernen Forschung nicht mehr wegzudenken. Um diese begehrten Teilchen zu erzeugen, braucht es zuverlässig funktionierende Beschleuniger. Die Anforderungen an diese großen Maschinen wachsen stetig, denn Forscher wollen beispielsweise mit noch intensiveren Strahlen oder kürzeren Lichtpulsen den Aufbau und die Dynamik von Materialien besser verstehen. Doch die Materialforschung ist nur ein Aspekt – der Einsatz von Beschleunigern ist groß und entsprechend unterschiedliche Themen stehen auf der IPAC-Agenda: von Beschleunigerprojekten der Zukunft über alternative Konzepte bis hin zum Einsatz in der Krebstherapie. Die Organisation vor Ort liegt beim Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Das Helmholtz-Zentrum Berlin mit seiner Kompetenz in der Beschleunigerphysik unterstützt bei der lokalen Organisation der Konferenz.

Das Helmholtz-Zentrum Berlin wird das Zusammentreffen der Beschleunigerphysiker dazu nutzen, das Konzept BESSY-VSR, die wichtigste Weiterentwicklung des Elektronenspeicherrings BESSY II, einer großen Fachgemeinschaft zu präsentieren. Auf mehreren Postern fassen die HZB- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch die Fortschritte bei der Entwicklung eines Prototyps für einen Linearbeschleuniger mit Energierückgewinnung, kurz ERL (BERLinPro), und der Undulatorenentwicklung zusammen. Im Anschluss an die Konferenz werden 50 interessierte Teilnehmer den Elektronenspeicherring BESSY II, die Metrology Light Source (MLS) und das Testlabor für supraleitende Kavitäten (HoBiCaT) besichtigen und sich über die experimentellen Möglichkeiten am HZB informieren.

Die Internationale Konferenz will insbesondere junge Nachwuchstalente in der Beschleunigerphysik fördern und ihnen ermöglichen, an dieser wichtigen Austauschplattform zu partizipieren. Insgesamt 90 Studenten aus aller Welt erhielten „IPAC-Grants“. Sie bekommen damit die Konferenzgebühren erstattet und dürfen an einer Nachwuchs-Posterausstellung teilnehmen. Vom Helmholtz-Zentrum Berlin wurden Christoph Kunert (Protonentherapie) und Jens Völker (Institut Beschleunigerphysik) mit einem Grant ausgezeichnet. Im lokalen Organisationskomitee der Konferenz unterstützt Stefanie Kodalle (Kommunikation) als Presentation Manager den reibungslosen Ablauf der Tagung.

Während der Beschleunigerkonferenz gab es auch einen Abendvortrag für die interessierte Öffentlichkeit. Der Dresdner Professor Wolfgang Enghardt informierte über die neue Krebstherapie mit Teilchenstrahlen und Beschleuniger in der Medizin.

(sz/mit HZDR)

Das könnte Sie auch interessieren

  • Alexander Gray kommt als Humboldt-Fellow ans HZB 
    Nachricht
    12.08.2022
    Alexander Gray kommt als Humboldt-Fellow ans HZB 
    Alexander Gray von der Temple University in Philadelphia, USA, arbeitet gemeinsam mit dem HZB-Physiker Florian Kronast an der Erforschung neuartiger 2D-Quantenmaterialien an BESSY II. Mit dem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung kann er diese Zusammenarbeit nun vertiefen. Bei BESSY II will er tiefenaufgelöste röntgenmikroskopische und -spektroskopische Methoden weiterentwickeln, um 2D-Quantenmaterialien und Bauelemente für neue Informationstechnologien zu untersuchen. 
  • Grüner Wasserstoff: Nanostrukturiertes Nickelsilizid glänzt als Katalysator
    Science Highlight
    11.08.2022
    Grüner Wasserstoff: Nanostrukturiertes Nickelsilizid glänzt als Katalysator
    Elektrische Energie aus Wind oder Sonne lässt sich als chemische Energie in Wasserstoff speichern, einem hervorragenden Kraftstoff und Energieträger. Voraussetzung dafür ist allerdings die effiziente Elektrolyse von Wasser mit kostengünstigen Katalysatoren. Nanostrukturiertes Nickelsilizid kann die Effizienz der Sauerstoffentwicklungsreaktion an der Anode deutlich steigern. Dies zeigte nun ein Team aus dem HZB, der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin im Rahmen der Forschungsplattform CatLab unter anderem auch mit Messungen an BESSY II.
  • RBB Abendschau zu Besuch bei CatLab
    Nachricht
    01.08.2022
    RBB Abendschau zu Besuch bei CatLab
    CatLab bekam Besuch von der rbb Abendschau.
    Unter dem Titel "Der Weg weg vom Erdgas" wurde der Beitrag am Sonntag, 31. Juli in de rbb Abendschau ausgestrahlt und wird für 7 Tage in die rbb-Mediathek verfügbar.