Fragen zur Datenwiederherstellung

Wie kann ich Daten aus meinem Heimatverzeichnis wiederherstellen?

Für die Wiederherstellung von Daten aus Ihrem Heimatverzeichnis stehen verschiedene NetBackup-Programme mit unterschiedlichen Oberflächen zur Verfügung:

  1. Programme, die eine grafische Java-Oberfläche bieten. Die Wiederherstellung von Daten mit diesen Programmen ist hier beschrieben. Sie steht für Windows- und Linux-/Unix-Nutzer zur Verfügung.
  2. Ein Programm mit einer zeichenorientierten Menu-Oberfläche. Die Wiederherstellung von Daten mit diesem Programm ist hier beschrieben. Sie steht nur für Linux-/Unix-Nutzer zur Verfügung.

Wie kann ich E-Mails aus den zentralen Mailboxen wiederherstellen?

E-Mails können Sie bis 28 Tage nach dem Löschen selbst wiederherstellen. Wie das geht lesen Sie hier. Danach kann noch bis 90 Tage nach dem Löschen das Postfach in einem aufwändigen Verfahren durch einen Mailserver-Administrator wiederhergestellt werden. Wenden Sie sich bei Bedarf an den Helpdesk oder an Postmaster.

Wer kann welche Daten wiederherstellen?

Jeder Nutzer, der sich an einem NetBackup-Client angemeldet (eingeloggt) hat, kann Daten aus dem Sicherungsbestand auf diesem NetBackup-Client wiederherstellen lassen, wenn hierbei einige Bedingungen erfüllt sind.

Als Daten aus dem Sicherungsbestand kommen dabei im Normalfall nur diejenigen in Frage, die zuvor einmal von demselben Rechner gesichert wurden, auf dem sie nun wiederhergestellt werden sollen. Gesicherte Daten anderer Rechner können nur dann auf diesem NetBackup-Client wiederhergestellt werden, wenn die NetBackup-Server-Administratoren dies zuvor gezielt für diese Kombination (Sicherungsrechner - Wiederherstellungsrechner) zugelassen haben. Andernfalls ist dies nicht möglich.

Solche Ausnahmeregelungen gibt es

  • für die gesicherten Daten einiger zentraler Server, z. B. die Heimatverzeichnisse, die nur auf ausgewählten Wiederherstellungsrechnern für eine Recovery zur Verfügung stehen, und
  • in Einzelfällen, wenn alle von dieser Ausnahmeregelung betroffenen NetBackup-Client-Administratoren zusammen einen entsprechenden Antrag bei den NetBackup-Server-Administratoren gestellt hatten.

Als Einzelfälle kommen im wesentlichen folgende zwei Möglichkeiten in Frage:

  1. Mehrere Rechner werden von denselben Personen genutzt, und diese wollen in der Lage sein, Daten des einen Rechners auch auf einem der anderen wiederherstellen zu können.
  2. Ein NetBackup-Client wird außer Betrieb genommen und durch einen neuen ersetzt, der die Aufgaben des ursprünglichen Rechners übernimmt.

Im Standardfall, und der gilt für die überwiegende Mehrheit der angeschlossenen Backup-Clients, ist eine solche Ausnahme nicht erteilt worden.

Kann ich Daten eines anderen Rechners auf meinem wiederherstellen?

Im Normalfall können Sie Daten nur auf demjenigen Rechner wiederherstellen, von dem sie zuvor auch gesichert wurden. Gesicherte Daten anderer Rechner können nur dann wiederhergestellt werden, wenn die NetBackup-Server-Administratoren dies zuvor gezielt für diese Kombination (Sicherungsrechner - Wiederherstellungsrechner) zugelassen haben.

Dies ist

  • für die gesicherten Daten einiger zentraler Server der Fall, z. B. die Heimatverzeichnisse, die nur auf ausgewählten Wiederherstellungsrechnern für eine Recovery zur Verfügung stehen, und
  • in Einzelfällen, wenn alle von dieser Ausnahmeregelung betroffenen NetBackup-Client-Administratoren zusammen einen entsprechenden Antrag bei den NetBackup-Server-Administratoren gestellt hatten.

Wie kann ich den Inhalt eines ganzen Verzeichnisses möglichst einfach wiederherstellen?

Die Wiederherstellungsprogramme von NetBackup (für Unix und Windows) bieten Ihnen nicht nur die Möglichkeit, einzelne Dateien wiederherzustellen, sondern auch die Wiederherstellung des gesamten Inhalts eines beliebigen Verzeichnisses mit allen darin enthaltenen Dateien, die dort zum Sicherungszeitpunkt vorgefunden wurden, egal wann sie gesichert wurden.

Damit NetBackup in der Lage ist, Ihnen diese Möglichkeit zu bieten, muss jedoch in der zugehörigen Policy zur Sicherungszeit die Option "Collect TIR info" auf "yes" gestanden haben, so wie es am HZB in der Regel der Fall ist (hierüber können sich die Client-Administratoren z. B. im "NetBackup Policy Report" vergewissern) . Diese Option bewirkt, dass NetBackup auch bei inkrementellen Sicherungen die vollständige Verzeichnistruktur sichert. Eine Sicherung dieser Art wird "True Image Backup" genannt.

Wenn Sie diese Möglichkeit nutzen und ein Verzeichnis mit allen darin enthaltenen Dateien wiederherstellen wollen, dann müssen Sie dem Wiederherstellungsprogramm mitteilen, dass Sie ein "True Image Restore" bzw. ein "Restore from True Image Backup" durchführen wollen. Je nach Wiederherstellungsprogramm geschieht dies auf unterschiedliche Weise.

Bei einem solchen True Image Restore werden Ihnen dann von den Wiederherstellungsprogrammen nur noch Verzeichnisse aus den Sicherungsbeständen angeboten bzw. sind nur noch Verzeichnisse zur Auswahl zugelassen, keine anderen Dateien - wie beispielsweise Textdateien. Sie wählen dann das gewünschte Verzeichnis aus und starten die Recovery.

Weitere Hinweise hierzu finden Sie in unserem Beispiel "Wiederherstellung von Daten aus den zentralen Heimatverzeichnissen".

Für weitere Informationen zum True Image Restore stehen Ihnen die Dokumentationen des NetBackup-Herstellers zur Verfügung.

Was ist ein True Image Restore bzw. ein Restore von einem True Image Backup?

Ein "True Image Restore" bzw. ein "Restore von einem True Image Backup" ist die Wiederherstellung eines Verzeichnisses mit allen seinen enthaltenen Dateien in einem Zustand, wie er zur Zeit einer beliebigen, dieses Verzeichnis betreffenden Sicherung vorgefunden wurde. Sie ist hier näher beschrieben.

Weitere Informationen zum True Image Restore finden Sie hier.

Kann ich eine gestartete Datenwiederherstellung wieder abbrechen?

Nein. Wenden Sie sich im Bedarfsfall bitte an die NetBackup-Server-Administratoren.

Was ist bei der Wiederherstellung großer Datenmengen zu beachten?

Bevor Sie eine Datenwiederherstellung größeren Ausmaßes starten (mit einer vermutlichen Dauer von mehreren Stunden oder Tagen), sollten Sie folgende Punkte bedenken bzw. beachten:

  1. Vergewissern Sie sich bzw. sorgen Sie dafür, dass während der Wiederherstellungsphase möglichst keine Sicherung desselben Clients durchgeführt wird (siehe hierzu unseren Hinweis zum Aussetzen der Server initiierten Sicherung).
  2. Meiden Sie nach Möglichkeit die Abend- und Nachstunden für die Datenwiederherstellung, da zu diesen Zeiten der Server Sicherungen für andere Clients durchführt. Besser geeignet sind deshalb die Zeiten zwischen 7 und 18 Uhr, in denen der Server kaum aktiv ist.
  3. Nutzen Sie nach Möglichkeit die Wiederherstellung mit Hilfe eines True Image Restores, mit der Sie allein durch Auswahl eines einzigen Sicherungszeitpunktes Verzeichnisse vollständig im Zustand des Sicherungszeitpunktes wiederherstellen lassen können.
  4. Teilen Sie bei der Wiederherstellung besonders großer Datenmengen (über 50 GB, bei langsamen Client-Anbindungen auch bereits schon darunter) diese nach Möglichkeit in mehrere unabhängige Teile, die Sie durchaus parallel wiederherstellen lassen können. Die Zahl der parallel laufenden Wiederherstellungsprozesse sollte aber vier nicht überschreiten. Bei mehr als vier Teilen sollten Sie die für Sie wichtigsten zuerst wiederherstellen.

Wie kann ich die Dauer einer Datenwiederherstellung abschätzen?

Die Dauer einer Datenwiederherstellung ist nur schwer abzuschätzen und hängt von vielen Faktoren ab, im wesentlichen:

  • von der Netzwerkanbindung des Clients,
  • von der Performance des Clients,
  • von der Anzahl der wiederherzustellenden Files,
  • vom Volumen der wiederherzustellenden Files,
  • von der zusätzlichen Systembelastung des Clients und des Servers durch jeweils andere Prozesse und
  • von dem Aufenthaltsort der Sicherungsdaten auf dem Server, der vom Alter der Sicherungsdaten abhängt ("frische" Sicherungsdaten befinden sich auf einem schnellen Plattencash, "alte" Sicherungsdaten befinden sich auf Bändern).

Bei unveränderten Eigenschaften des Clients geben die Durchsatzwerte, die bei einer Sicherung erzielt werden, erste Hinweise (siehe hierzu in den "Backup Reports", die die Client-Administratoren via E-Mail zugeschickt bekommen). Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Sicherungen in der Regel zu Zeiten stattfanden, zu denen der Server diverse andere Sicherungen parallel durchführte. Den maximal möglichen Durchsatz erfahren Sie am besten bei Client initiierten Backups, die normalerweise in Zeiten geringer Serveraktivitäten ablaufen.

Zu beachten ist bei einer Datenwiederherstellung aber auch, dass neben dem eigentlichen Datentransfer, diverse weitere Aufgaben erfüllt werden müssen, die allesamt ebenfalls Zeit benötigen:

  • das Heraussuchen der Datenträger, auf denen sich die benötigten Sicherungen befinden,
  • das ggf. notwendige Einlesen der Daten von den Sicherungsbändern (laden, positionieren, lesen),
  • die Wiederherstellung der Dateieigenschaften auf dem Client (Zugriffsrechte, Zeitstempel, ...)
  • u.v.a.m.

Als grobe Richtlinie können Sie davon ausgehen, dass die Wiederherstellung eines Bereichs meist annähernd solange dauern wird wie die Sicherung desselben Bereichs während der Server initiierten Sicherungszeiten. Der mögliche Gewinn durch die Nutzung einer Wiederherstellungszeit, in der der Server relativ inaktiv ist, wird in der Regel durch die gegenüber den Sicherungen notwendigen Zusatzaufgaben wieder ausgeglichen.

Abweichungen von dieser groben Abschätzung treten insbesondere dann auf, wenn das Verhältnis zwischen Datenvolumen und Anzahl Files besonders groß oder besonders klein ist. Je größer dieses Verhältnis ist, umso kürzer wird die Wiederherstellungszeit im Vergleich zur Sicherung - je kleiner dieses Verhältnis ist, umso mehr wird die Wiederherstellungszeit von der zuvor angegebenen Sicherungszeit nach oben abweichen (also: wenige große Files werden bei gleichem Gesamtvolumen deutlich schneller wiederhergestellt werden als viele kleine Files)