Einstein Stiftung finanziert Postdoktoranden

Die Einstein Stiftung Berlin stellt rund 300.000 Euro für einen  „Einstein International Postdoctoral Fellow“ zur Verfügung, der das Team um Prof. Dr. Emad Flear Aziz verstärken wird. „Damit kann ich einen promovierten Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland bis zum Auslaufen meines ERC-Grants im September 2016 beschäftigen”, sagt Aziz. Als Postdoc kommt ab Januar 2013 Dr. Kaan Atak, Bogazici University, Istanbul, in das neue JULiq-Labor,  das das HZB gemeinsam mit der Freien Universität Berlin betreibt.

Der Physiker Atak hat bereits Erfahrungen mit Röntgenabsorptions- und Emissionsspektroskopie für die Untersuchung biophysikalischer Materialien in Lösung im Team von Aziz gesammelt. Nun wird er die elektronische Struktur und Dynamik von Metalloproteinen in Lösung untersuchen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Molekülen wie Zink-Protoporphyrin (ZPP), die für die medizinische Grundlagenforschung relevant sind.

Protoporphyrin ist ein Vorläufermolekül des Häm-Moleküls: Wird ein Eisen-Atom in das ringförmige Protoporphyrin eingesetzt, entsteht das aktive Zentrum des Hämoglobins, das in roten Blutkörperchen den Sauerstoff-transport zu den Zellen gewährleistet. Wird es stattdessen mit Zink-Ionen kombiniert, reagiert dieses Molekül hochempfindlich auf Licht, so dass seine Reaktionsdynamik mit den von Aziz entwickelten Lasermethoden vermessen werden kann. Dr. Atak wird insbesondere mit spektroskopischen Methoden die elektronische Struktur dieser Moleküle aufklären. „Solche Untersuchungen sind der Schlüssel, um chemische und biologische Funktionen dieser Moleküle zu verstehen, die für die Gesundheit so essenziell sind “, erklärt Aziz.

Aziz leitet seit 2009 die Helmholtz-Nachwuchsgruppe „Struktur und Dynamik funktionaler Materialien in Lösung“. Er ist Juniorprofessor an der Freien Universität Berlin und hat in 2011 einen der hoch dotierten Starting Grants der European Research Commission erhalten. Seit Mitte 2012 baut er ein neues Labor zur Untersuchung von funktionalen Materialien in Lösung auf, das HZB und Freie Universität Berlin gemeinsam betreiben.

Das Programm „Einstein International Postdoctoral Fellow“ bietet Spitzenwissenschaftlern der Berliner Hochschulen und der Charité – Universitätsmedizin die Möglichkeit, in ihrer Arbeitsgruppe eine Stelle für einen Postdoktoranden aus dem Ausland einzurichten. Die finanzielle Unterstützung durch die Einstein Stiftung erstreckt sich über maximal fünf Jahre.

Einstein Stiftung Berlin
Christian T. Martin
Tel. +49 (0)30 20370-248
christian.martin@einsteinfoundation.de
www.einsteinfoundation.de

arö

Das könnte Sie auch interessieren

  • Ombudspersonen für gute wissenschaftliche Praxis bestellt
    Nachricht
    09.01.2023
    Ombudspersonen für gute wissenschaftliche Praxis bestellt
    Seit dem 1. Januar 2023 sind für Sie Manfred Weiss, Sebastian Fiechter, Annette Pietsch und Michael Tovar als Ombudspersonen ansprechbar. Sie beraten gerne zu allen Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis am HZB.

  • lichtblick ist online: neues Format, neue Themen – jetzt reinlesen!
    Nachricht
    19.12.2022
    lichtblick ist online: neues Format, neue Themen – jetzt reinlesen!
    Wir laden Sie herzlich ein, unser neues Magazin „lichtblick“ zu lesen. Die Zeit war reif für ein neues Format, das sich nun bequem am Bildschirm lesen lässt. Klicken Sie doch gleich mal rein!

  • Tiburtius-Preis für Eike Köhnen
    Nachricht
    07.12.2022
    Tiburtius-Preis für Eike Köhnen
    Am Dienstag, den 6.12.2022 erhielt Dr. Eike Köhnen den Tiburtius-Preis (Erster Platz) für seine herausragende Dissertation. Eike Köhnen hat dazu beigetragen, den Wirkungsgrad von Tandemsolarzellen aus Perowskit und Silizium deutlich zu steigern, bis hin zu Weltrekord-Werten.