Raus aus der Schule, rein ins Labor: 90 Schülerinnen beim Girls'Day am Helmholtz-Zentrum Berlin

Die Mädchen untersuchen die selber gezüchteten Kristalle am Mikroskop.

Die Mädchen untersuchen die selber gezüchteten Kristalle am Mikroskop.

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Ein wenig Stickstoff und etwas Schwung und die Tulpe zerspringt, ähnlich wie Glas, in tausend Teile. "Ziemlich cool" beschreibt eine Schülerin dieses Experiment treffend.

© HZB/S. Kodalle

90 Mädchen kamen dieses Jahr zum Girls’ Day in das HZB nach Wannsee und Adlershof. In Laboren und Werkstätten erlebten die Teilnehmerinnen, wie spannend die Arbeit in einem Forschungszentrum ist, und lernten Frauen kennen, die in naturwissenschaftlichen-technischen Berufen arbeiten. Angeboten wurden 16 verschiedene Workshops, von denen die Mädchen zwei auswählten. Sie konnten unter anderem Kristalle züchten, Strom aus Zitronen erzeugen oder ein Schmuckstück vergolden.

„Wir haben Solarzellen aus Zahnpasta, Bleistift und Früchtetee gebaut“, erzählt ein Mädchen aus der fünften Klasse. „Ich hätte niemals gedacht, dass das geht“, wunderte sie sich. Zu Hause will sie es gleich nochmal probieren. Und wie hat ihr der Workshop gefallen? „Super!“

„Ziemlich cool“ – mit diesen Worten beschrieb eine Schülerin die Experimente mit flüssigem Stickstoff. „Wir haben eine Tulpe kurz eingetaucht. Dann war sie gefroren und wir konnten sie einfach zerschlagen.“ Diese Veränderung der Materialeigenschaften fand sie sehr erstaunlich. Auf die Suche nach natürlicher radioaktiver Strahlung haben sich zwei Mädchen aus Steglitz gemacht, die den Workshop „Strahlenschutz“ besuchten. Doch nicht nur die Umgebung begutachteten sie mit ihren Messgeräten, sondern auch alte Uhren.

Der Experimentiertag klang mit einer Gesprächsrunde und einem Mittagessen mit Schülerinnen und Betreuerinnen aus. Die Stimmung unter den Mädchen war durchweg gut. Eine Schülerin brachte es auf dem Punkt: „Am besten hier hat mir alles gefallen.“ 

Der Girls'Day am HZB wurde organisiert vom Team des Schülerlabors.

Am Girls'Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Der Girls'Day – Mädchenzukunftstag ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 haben etwa 1,5 Millionen Mädchen teilgenommen. Noch immer gibt es gute Gründe für diese Veranstaltung: Junge Frauen in Deutschland verfügen über eine besonders gute Schulbildung. Trotzdem wählt mehr als die Hälfte der Mädchen aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System – kein einziger naturwissenschaftlich-technischer ist darunter.

Silvia Zerbe

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