HZB-Doktorand gewinnt Young Scientist Award

Silvio Künstner (2.v.r.) wurde auf der Konferenz EUROISMAR 2019 mit fünf weiteren Nachwuchsforschern ausgezeichnet.

Silvio Künstner (2.v.r.) wurde auf der Konferenz EUROISMAR 2019 mit fünf weiteren Nachwuchsforschern ausgezeichnet. © EUROISMAR 2019

Das „Journal of Magnetic Resonance" und die ISMAR (International Society of Magnetic Resonance) zeichneten Silvio Künstner für seinen Vortrag „Rapid Scan EPR-on-a-chip" mit einem Young Scientist Award aus. Darin präsentierte der Doktorand aus dem HZB-Institut „Nanospektroskopie“ aktuelle Fortschritte bei der Entwicklung eines miniaturisierten Elektronenspinresonanz-Spektrometers.

Die Elektronenspinresonanz bzw. elektronenparamagnetische Resonanz (EPR) liefert durch die Anregung von Elektronenspins im Material detaillierte Information über dessen innere Struktur, bis hinunter auf die atomare Ebene. Für die Materialforschung an erneuerbaren Energien, wie effiziente Solarzellen oder Batterieelektroden, ist dieses Verständnis unabdingbar. Besonders wichtig sind dabei Untersuchungen unter realen Prozessbedingungen (Operando-Messungen).

Das von Silvio Künstner vorgestellte, auf Chip-Größe miniaturisierte EPR-Spektrometer ist so klein, dass es ins Innere der Probe eingeführt werden kann, so dass Operando-Messungen erheblich vereinfacht werden können. Darüber hinaus ist „EPR-on-a-chip“ weitaus empfindlicher als konventionelle Geräte. An der Forschung beteiligt sind neben dem Helmholtz-Zentrum Berlin auch die Universität Stuttgart, das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Firma Bruker (im Rahmen des BMBF-Projekt „EPRoC“).

Die Verleihung des Young Scientist Awards an Silvio Künstner fand bei der ISMAR EUROMAR Joint Conference (25. - 30. August 2019) in Berlin statt, zu der mehr als 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen. Auf der weltweit größten Konferenz auf diesem Gebiet engagierte sich das HZB als Co-Organisator. Darüber hinaus beteiligten sich Forscher des Helmholtz-Zentrum Berlin mit mehr als zehn Beiträgen.

(sf/sk)

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Röntgenlicht belegt Übermalung faschistischer Symbole
    Science Highlight
    08.06.2026
    Röntgenlicht belegt Übermalung faschistischer Symbole
    Während der NS-Zeit und auch danach war Erich Mercker ein erfolgreicher Maler. Nach 1945 hat er in mindestens einem seiner Werke NS-Symbole übermalt. Dies zeigen Röntgenfluoreszenzanalysen eines Mercker-Gemäldes. Mit einem interdisziplinären Team berichtet die Physikerin Dr. Ioanna Mantouvalou im Nature-Journal Heritage Science über diese Studie.
  • Magnon-Momentum-Mikroskopie: Neues Fenster in nanoskalige Spinwellen
    Science Highlight
    08.06.2026
    Magnon-Momentum-Mikroskopie: Neues Fenster in nanoskalige Spinwellen
    Ein internationales Team unter der Leitung des Max-Born-Instituts hat eine neue Art der Momentum-Mikroskopie entwickelt, mit der Magnonen – die Quanten kollektiv angeregter Spins – mithilfe von Weichröntgenstrahlung direkt im zweidimensionalen reziproken Raum abgebildet werden können. Die Messungen fanden an BESSY II und Petra III statt. Erstautor ist der HZB-Physiker Steffen Wittrock. Dank ihrer Empfindlichkeit, Einfachheit und der Möglichkeit, Wellenlängen im Nanometerbereich aufzulösen, bildet diese neuartige Methode eine leistungsstarke und vielseitige Plattform für die Erforschung nichtlinearer Magnonen-Wechselwirkungen, die für zukünftige Rechenkonzepte interessant sind.

  • KI-Agenten liefern Ergebnisse – aber denken sie auch wissenschaftlich?
    Nachricht
    01.06.2026
    KI-Agenten liefern Ergebnisse – aber denken sie auch wissenschaftlich?
    Ein Forschungsteam unter gemeinsamer Leitung von Kevin Maik Jablonka vom Helmholtz-Institut für Polymere in Energieanwendungen Jena (HIPOLE Jena) und N. M. Anoop Krishnan vom Indian Institute of Technology Delhi hat mit Corral einen neuen Benchmark für KI-Agenten in der Wissenschaft entwickelt. Der Preprint „AI scientists produce results without reasoning scientifically“ ist auf arXiv erschienen (https://doi.org/10.48550/arXiv.2604.18805). Die Analyse zeigt, dass aktuelle Systeme zwar wissenschaftliche Workflows ausführen und Ergebnisse liefern können; häufig folgen sie dabei aber nicht den Grundprinzipien wissenschaftlicher Prüfung und Schlussfolgerung.