Solarzellen auf Mondglas für eine zukünftige Basis auf dem Mond

Bestandteile einer Mond-Solarzelle.

Bestandteile einer Mond-Solarzelle. © Felix Lang.

Zukünftige Mondsiedlungen werden Energie benötigen, die Photovoltaik liefern könnte. Material in den Weltraum zu bringen, ist jedoch teuer – ein Kilogramm zum Mond zu transportieren, kostet eine Million Euro. Doch auch auf dem Mond gibt es Ressourcen, die sich nutzen lassen. Ein Forschungsteam um Dr. Felix Lang, Universität Potsdam, und Dr. Stefan Linke, Technische Universität Berlin, haben nun das benötigte Glas aus „Mondstaub“ (Regolith) hergestellt und mit Perowskit beschichtet. Damit ließe sich bis zu 99 Prozent des Gewichts einsparen, um auf dem Mond PV-Module zu produzieren. Die Strahlenhärte konnte das Team am Protonenbeschleuniger des HZB getestet.

„Das Highlight unserer Studie ist, dass wir das benötigte Glas für unsere Solarzellen direkt und ohne Aufbereitungsprozesse aus dem Mondregolith gewinnen können“, sagt der Projektverantwortliche Felix Lang, der am Institut für Physik und Astronomie eine von der VolkswagenStiftung geförderte Freigeist-Nachwuchsgruppe leitet.

Die von den Forschenden getesteten Solarzellen haben einen geschichteten Aufbau, wobei die Substrat- und Deckschicht aus Mondglas besteht und die dazwischenliegende Schicht aus Perowskit. „Diese Solarzellen benötigen nur 500 bis 800 Nanometer dünne Halbleiterschichten, somit könnte man mit einem Kilogramm Perowskit-Rohmaterial von der Erde 400 Quadratmeter Solarzellen auf dem Mond herstellen“, fasst Lang zusammen. Dennoch war die Entwicklung der ersten Mond-Perowskit-Solarzelle schwierig: „Am Anfang war es unklar, ob wir diese in ausreichender Qualität auf unreinem Regolith-Mondglas herstellen können“, sagt er und hebt die erstaunliche Stabilität der hergestellten Solarzellen gegenüber Weltraumstrahlung hervor – eine wesentliche Voraussetzung für eine stabile Energieversorgung auf dem Mond.

 

 

Weiterlesen in der Meldung der Uni Potsdam: https://www.uni-potsdam.de/de/nachrichten/detail/2025-04-03-solarzellen-auf-mondglas-photovoltaik-koennte-die-energie-fuer-eine-zukuenftige-basis-au

red./Uni Potsdam

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • PV-Expertentreffen in Berlin
    Nachricht
    15.06.2026
    PV-Expertentreffen in Berlin
    Der 6. tandemPV-Workshop findet vom 17. bis 19. Juni 2026 in Berlin statt und ausgerichtet vom Helmholtz-Zentrum Berlin.
  • Supraleitendes TES-Array-Röntgenspektrometer geht bei BESSY II in Betrieb
    Science Highlight
    15.06.2026
    Supraleitendes TES-Array-Röntgenspektrometer geht bei BESSY II in Betrieb
    Teams aus HZB, MPI-CEC (Mühlheim an der Ruhr, Deutschland) und NIST (Boulder CO, USA) haben das supraleitende TES-Array-Röntgenspektrometer gemeinsam entwickelt. Jetzt ist es an BESSY II in Betrieb gegangen, als erstes und einziges Synchrotron-TES-Spektrometer in Europa. Das neue Instrument ist etwa 100- bis 1000-mal effizienter bei der Detektion von Photonen als herkömmliche Röntgenemissionsspektrometer und ermöglicht es, die elektronischen Eigenschaften atomar dünner Schichten, Nanostrukturen und hochverdünnter atomarer und molekularer Proben zu untersuchen. Das BESSY-Team freut sich auf spannende Forschungsideen aus der Nutzerschaft!
  • Neue Ära für die Katalyse-Forschung: Auftaktveranstaltung zu ASCEND in Berlin, €30 Millionen Förderung
    Nachricht
    12.06.2026
    Neue Ära für die Katalyse-Forschung: Auftaktveranstaltung zu ASCEND in Berlin, €30 Millionen Förderung
    Am 11. Juni 2026 fand im Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin, Dorothee Bär die Auftaktveranstaltung zu ASCEND statt (Accelerated Solutions for Catalysis using Emerging Nanotechnology and Digital Innovation). Zu den Gästen zählten u.a. der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Martin Keller sowie der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Patrick Cramer. ASCEND bringt führende Partner aus Industrie und Forschung zusammen und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 30 Millionen Euro gefördert. Die Initiative zielt darauf ab, die Entwicklung von Katalysatoren der nächsten Generation zu beschleunigen, um nachhaltigere chemische Prozesse zu ermöglichen.