Berlin Battery Lab: BAM, HZB und HU forschen gemeinsam an Natrium-Batterien

V.l.n.r.: Prof. Bernd Rech, Prof. Julia von Blumenthal, Dr. Ina Czyborra, Prof. Philipp Adelhelm, Prof. Ulrich Panne, Saskia Vormfelde, Dr. Tim Fellinger, Prof. Yan Lu. 

V.l.n.r.: Prof. Bernd Rech, Prof. Julia von Blumenthal, Dr. Ina Czyborra, Prof. Philipp Adelhelm, Prof. Ulrich Panne, Saskia Vormfelde, Dr. Tim Fellinger, Prof. Yan Lu.  © BAM

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) haben heute das Berlin Battery Lab (BBL) offiziell eingeweiht. In der neuen Forschungsplattform entwickeln und testen BAM, HZB und HU gemeinsam rohstoffschonende Batterietechnologien mit einem Fokus auf Natrium-Akkus. Gemeinsam werden neue Materialien konzipiert, innovative Zellchemien erforscht und Batterieprototypen gefertigt. Die Forschungsinfrastruktur des Berlin Battery Lab steht auch externen Partner*innen aus Wissenschaft und Industrie offen und soll den Weg von der Forschung in die Anwendung verkürzen.

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einem führenden Standort für die Batterieforschung entwickelt. Insbesondere nachhaltige Alternativen wie Natrium-Ionen- oder Lithium-Schwefel-Akkus rücken dabei zunehmend in den Fokus.

Vor diesem Hintergrund bildet das Berlin Battery Lab eine zentrale Plattform, die komplementäre Kompetenzen der beteiligten Einrichtungen strategisch zusammenführt: Die BAM verfügt über international anerkannte Expertise in der Batteriesicherheit und der Erforschung innovativer Energiematerialien. Die HU zählt zu den führenden akademischen Forschungseinrichtungen im Bereich von Natrium Ionen Batterien. Das HZB bringt langjährige Erfahrung in der Forschung zu Lithium Schwefel-Akkus ein und verfügt mit BESSY II über eine der weltweit leistungsfähigsten Röntgenquellen zur Untersuchung batteriechemischer Prozesse.

Mit dem Berlin Battery Lab schaffen BAM, HU und HZB in der Hauptstadt eine Forschungsumgebung, die Grundlagenforschung, Materialentwicklung, Zellfertigung und Sicherheitstests an einem Standort systematisch zusammenführt. Damit schließt das Berlin Battery Lab eine wesentliche Lücke auf dem Weg zur industriellen Anwendung. Insbesondere Start-ups und technologieorientierte Unternehmen sollen profitieren: Das Labor ist offen für Kooperationen und soll die Entwicklung lokal produzierter, nachhaltiger Batterietechnologien maßgeblich unterstützen.

Zur Einweihung erklärte die anwesende Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra: "Das Berlin Battery Lab steht beispielhaft für die Stärke Berlins, Spitzenforschung und technologischen Bedarf gezielt zusammenzuführen – in enger Kooperation dreier herausragender Akteure und auf direktem Wege von der Forschung in die Anwendung. Batterieforschung ist eine Schlüsseltechnologie in der High-Tech-Agenda. Das Berlin Battery Lab stärkt die technologische Souveränität Deutschlands, indem es Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen reduziert und die Resilienz zentraler Wertschöpfungsketten erhöht. Diese gesamtstaatlichen Aufgaben lassen sich nur im Schulterschluss bewältigen – mit einem klaren gemeinsamen Engagement von Ländern und Bund, auch in Form passender Förderinstrumente. Das Land Berlin unterstützt dieses Ziel sehr gern und stellt für das Berlin-Battery-Lab in den Jahren von 2026 bis 2028 rund 2,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zusätzlich zur Verfügung.“

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM: „Viele neue Batterietechnologien werden maßgeblich in Deutschland erforscht, finden aber nicht schnell genug den Weg in die Anwendung. Genau hier setzt das Berlin Battery Lab an: Wir bringen in Berlin Forschung, Entwicklung und Zellbau zusammen, berücksichtigen dabei Sicherheitsaspekte und Regelsetzung, um nachhaltige Innovationen in die Praxis zu bringen.“

Prof. Dr. Julia von Blumenthal, Präsidentin der HU: „Batterien sind eine Schlüsseltechnologie für eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft. Das Berlin Battery Lab bündelt nun die Expertise von drei herausragenden Forschungseinrichtungen in diesem Bereich am Standort Berlin. Das Berlin Battery Lab wird die gesamte Forschungskette abdecken, die Zusammenarbeit mit Unternehmen erleichtern und die Prozesse bis hin zur praktischen Anwendung beschleunigen. Das Berlin Battery Lab schafft Innovationen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lösung einer der zentralen Herausforderungen unserer Zeit.“

Prof. Dr. Bernd Rech, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZB: „Im Berlin Battery Lab bringen wir unsere unterschiedlichen Kompetenzen zusammen, um die Entwicklung und den Technologietransfer in die Industrie zu beschleunigen. Am HZB bauen wir dafür ein neues Pouch-Zellen-Labor für Natrium-Ionen-Batterien auf und stellen neueste Charakterisierungsmethoden an BESSY II zur Verfügung.“

Im Rahmen der Einweihung wurde Prof. Dr. Philipp Adelhelm (HU), neben Dr. Tim-Patrick Fellinger (BAM) und Prof. Dr. Yan Lu (HZB) einer der drei wissenschaftlichen Leiter des Berlin Battery Lab, mit einem Wilhelm Ostwald Fellowship der BAM ausgezeichnet. Die nach dem Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald benannte Auszeichnung würdigt Adelhelms Beiträge zur physikalischen Chemie der Batterien, insbesondere im Bereich der Natrium Ionen Technologie. Das Fellowship ermöglicht eine vertiefte wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen HU und BAM und stärkt den interdisziplinären Austausch innerhalb des Berlin Battery Lab.

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