HZB-Physiker folgt Ruf nach Südkorea

Dr. Ji-Gwang Hwang auf der neuen Strahldiagnostik-Plattform bei BESSY II. Er folgt nun einem Ruf auf eine Professur an der Gangneung-Wonju National University in Südkorea.

Dr. Ji-Gwang Hwang auf der neuen Strahldiagnostik-Plattform bei BESSY II. Er folgt nun einem Ruf auf eine Professur an der Gangneung-Wonju National University in Südkorea. © HZB

Seit 2016 hat der Beschleunigerphysiker Ji-Gwang Hwang am HZB in der Abteilung Speicherring- und Strahlphysik geforscht. In mehreren Projekten hat er wichtige Beiträge zur Strahldiagnostik geleistet. Nun kehrt er in seine Heimat Südkorea zurück, als Professor für Physik an der Gangneung-Wonju National University.

"Wir sind traurig, dass er uns verlässt, er ist ein großartiger Physiker und Teamkollege und hat viele wichtige und wertvolle Beiträge zu unserer Forschung geleistet! Aber wir freuen uns natürlich auch, dass er dieses Angebot von einer renommierten Universität bekommen hat", sagt Andreas Jankowiak, Direktor des HZB-Instituts für Beschleunigerbetrieb, -entwicklung und -technologie.

Ji-Gwang Hwang hat an der optischen und HF-Diagnostik des Elektronenstrahls in den Speicherringen des HZB und an bERLinPro gearbeitet und die Strahldynamik in BESSY II sowie eine mögliche Kurzpuls-Option für BESSY III analysiert. Zuletzt baute er zusammen mit Prof. Gregor Schiwietz eine neue Plattform für die optische Strahldiagnostik an BESSY II auf, die nun für die Optimierung des Strahlbetriebs und zukünftige Forschung zur Verfügung steht.

Hwang schloss im Sommer 2014 seine Promotion in Beschleunigerphysik an der Kyungpook National University mit einer Arbeit über "Beam dynamics in a high brightness injector for a superconducting Energy Recovery Linac" ab. Sein erster Postdoc führte den jungen Beschleunigerphysiker an das Korea Institute of Radiological & Medical Sciences, wo Tumorpatienten mit beschleunigten Kohlenstoff-Ionen behandelt werden können. "Die Stelle am HZB war perfekt, um meine wissenschaftliche Karriere fortzusetzen", sagt er.

Während seiner Zeit am HZB hat Hwang an mehr als zehn begutachteten Publikationen mitgewirkt und ein wichtiges Patent erhalten. "Einer der Gründe für den Umzug nach Korea ist mein neugeborener Sohn", sagt der Physiker. "Ich wollte meiner Mutter die kostbare Zeit mit ihrem einzigen Enkel nicht vorenthalten." Dazu kommt, dass Südkorea viel in Forschung investiert: Fast 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) fließen in Forschung und Entwicklung*.

Als Physikprofessor kommen nun neue Aufgaben auf Hwang zu: 12 Stunden Vorlesung pro Woche und die Betreuung von Studierenden. Aufgaben, denen er sich gerne stellt. "Am Anfang wird es viel Zeit kosten. Aber ich werde in den nächsten Jahren auch mein eigenes Labor aufbauen und natürlich weiter mit dem HZB zusammenarbeiten", sagt der Physiker. "Wir werden Ji-Gwang in unserem Team sicher vermissen", ergänzt Gruppenleiter Markus Ries.

 

* https://www.statista.com/statistics/1326558/south-korea-randd-spending-as-share-of-gdp/

 

arö

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