Neue Anlage für die Katalyseforschung am HZB

Die Anlage besteht aus acht chemischen Reaktoren, in denen katalytische Systeme getestet werden können.

Die Anlage besteht aus acht chemischen Reaktoren, in denen katalytische Systeme getestet werden können. © D. Amkreutz/HZB

Jeder der beiden Blöcke der Anlage misst etwa 3 auf 4 Meter, mit einer Höhe von knapp 2 Metern. Insgesamt wiegt die Anlage 3 Tonnen.  

Jeder der beiden Blöcke der Anlage misst etwa 3 auf 4 Meter, mit einer Höhe von knapp 2 Metern. Insgesamt wiegt die Anlage 3 Tonnen.   © R. Schlatmann/HZB

Das HZB hat im Rahmen des Projekts CatLab eine einzigartige Anlage erworben, um die katalytische Leistung von Dünnschichtkatalysatoren zu messen. Erbaut von der Firma ILS in Adlershof, wurde sie nun angeliefert. Die Anlage besteht aus insgesamt acht chemischen Reaktoren, in denen katalytische Systeme getestet werden können. Mit über 2,5 Millionen Euro ist diese Anlage die größte Einzelinvestition Im CatLab-Projekt.

„Die Reaktoren ermöglichen es, Dünnschicht- und Pulverproben kontinuierlich oder auch chargenweise unter einstellbaren Bedingungen zu untersuchen, von Raumtemperatur bis zu 780 °C, Drücken bis 50 bar und unterschiedlichen Durchflussraten und Verweilzeiten. Damit können wir eine Vielzahl an chemischen Reaktionen untersuchen, die für die Energiewende von Bedeutung sind“, sagt Projektleiter Dr. Ing. Albert Gili vom HZB.

Beispiele für solche Reaktionen sind die Umwandlung von Kohlendioxid zu Methanol, die Trockenreformierung von Methan oder die Fischer-Tropsch-Synthese, mit der sich synthetische Kraftstoffe produzieren lassen. Die Anlage ermöglicht das Screening von Katalysatorkandidaten, kinetische Untersuchungen und Studien zur Langzeit-Stabilität von Katalysatoren. Letzteres ist ein entscheidender Faktor für die industrielle Umsetzung jeder katalytischen Reaktion. „Die Anlage wird ein Eckpfeiler für die Weiterentwicklung der Herstellung von Dünnschichtkatalysatoren sein, nicht nur für CatLab, sondern auch für unsere eigene Forschung sowie andere wichtige Projekte wie CARE-O-SENE, Greenquest and mehrere neue Projekte, die bald starten“, sagt Prof. Dr. Rutger Schlatmann, CatLab Gesamtprojektleiter am HZB.

red.

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • 83 Schülerinnen beim Girls'Day am HZB
    Nachricht
    24.04.2026
    83 Schülerinnen beim Girls'Day am HZB
    Am 23. April 2026 fand der jährliche Girl's Day statt, bei dem Schülerinnen Einblicke in verschiedene Berufe im Bereich der Naturwissenschaften, Technik und IT erhielten. 83 Schülerinnen besuchten die HZB-Standorte Adlershof und Wannsee und erlebten einen Tag voller spannender Experimente.
  • Elektrokatalysatoren: Ladungstrennung an der Fest-Flüssig-Grenzfläche modelliert
    Science Highlight
    16.04.2026
    Elektrokatalysatoren: Ladungstrennung an der Fest-Flüssig-Grenzfläche modelliert
    Wasserstoff spielt für die Wende hin zur CO₂-Neutralität eine entscheidende Rolle, sowohl als Energieträger als auch als Ausgangsstoff für die grüne Chemie. Die großtechnische Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse sowie vieler anderer chemischer Produkte erfordert jedoch deutlich kostengünstigere und effizientere Katalysatoren. Um Elektrokatalysatoren gezielt zu verbessern, ist es von großem Nutzen, die elektrochemischen Prozesse genau zu verstehen, die an der Grenzfläche zwischen dem festen Katalysator und dem flüssigen Medium ablaufen. Ein europäisches Team hat In der Fachzeitschrift Nature Communications ein leistungsfähiges Modell vorgestellt, das die Ladungstrennung an der Grenzfläche, die Bildung der elektrischen Doppelschicht sowie deren Einfluss auf die katalytische Aktivität hervorragend beschreibt.
  • Umweltchemie an BESSY II: Radikale in Gewässern
    Science Highlight
    09.04.2026
    Umweltchemie an BESSY II: Radikale in Gewässern
    Wie entstehen in wässrigen Lösungen unter UV-Licht so genannte Radikale? Diese Frage spielt sowohl für die Gesundheitsforschung als auch für den Umweltschutz eine wichtige Rolle, beispielsweise im Zusammenhang mit der Überdüngung von Gewässern durch die Landwirtschaft. Ein Team hat nun an BESSY II eine neue Methode etabliert, um Hydroxyl-Radikale in Lösung zu untersuchen. Mit einem Trick konnten sie überraschende Einblicke in den Reaktionspfad gewinnen.