Zum Girls' Day: Was eine Professorin rät

Christiane Becker leitet am HZB die Abteilung für Solarenergieoptik. Sie forscht daran, wie sich Solarzellen weiter verbessern lassen. Außerdem ist sie Professorin an der HTW Berlin. 

Christiane Becker leitet am HZB die Abteilung für Solarenergieoptik. Sie forscht daran, wie sich Solarzellen weiter verbessern lassen. Außerdem ist sie Professorin an der HTW Berlin.  © Phil Dera /HZB

Christiane Becker ist Physikerin am Helmholtz-Zentrum Berlin und Professorin. Sie forscht daran, wie Solarzellen noch besser werden können. Im Gespräch mit Schülerpraktikantin Livia gibt sie einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und ihre Erfahrungen in der Forschung und hat einen Tipp für alle Mädchen, die sich für Wissenschaft begeistern.

Livia: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Christiane Becker: Mein Tag beginnt damit, dass ich meine Kinder für die Schule fertigmache. Dann fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Im Büro bin ich oft eine der Ersten und kann zunächst in Ruhe arbeiten. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht aus Meetings, zum Beispiel Gruppentreffen, in denen wir Ergebnisse besprechen und nächste Schritte planen. Außerdem betreue ich Studierende und Doktorandinnen, höre mir Präsentationen an und gebe Feedback. Dazu kommen organisatorische Aufgaben wie das Schreiben von Gutachten, Meetings mit internationalen Projektpartnern oder auch Vorträge auf Konferenzen. Auch Themen wie Laborsicherheit oder administrative Aufgaben gehören dazu.

Was gehört zu Ihren Aufgaben am HZB?

Ich leite eine Forschungsgruppe mit etwa neun Personen. Unser Ziel ist es, die Optik von Solarzellen zu verbessern. Dabei beschäftigen wir uns sowohl mit experimentellen als auch mit numerischen Methoden. Meine Aufgabe ist vor allem, die Gruppe zu koordinieren und sicherzustellen, dass alle Arbeiten wissenschaftlich sauber durchgeführt werden. Außerdem lese ich viel, vor allem aktuelle Fachliteratur, um neue Entwicklungen zu verfolgen. Und ich schreibe Projektanträge. Im Labor selbst bin ich inzwischen nur noch selten tätig.

Was macht Ihnen am meisten Spaß bei Ihrer Arbeit?
Am meisten Freude bereitet mir die Arbeit mit jüngeren Menschen, also das Unterrichten und die Betreuung von Studierenden. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern finde ich spannend. Weniger Spaß machen mir hingegen administrative Aufgaben, wie zum Beispiel organisatorische oder finanzielle Prozesse.

Stand es schon als Kind fest, dass Sie diesen Beruf ergreifen möchten?
Nein, überhaupt nicht. Als Kind habe ich viel Cello gespielt und wollte zeitweise sogar Musik studieren. Irgendwann wurde mir jedoch klar, dass es dafür nicht ganz reichen würde. Der Weg in die Physik hat sich dann erst später entwickelt.

Gab es Momente, wo Sie an diesem Weg gezweifelt haben?
Ja, besonders während meiner Promotionszeit. Ich hatte mir ein Thema ausgesucht, das mich sehr interessiert hat, bin aber in einem Umfeld gelandet, in dem ich die einzige Frau unter den Wissenschaftlern war. Das war nicht ideal und hat mich zweifeln lassen. Erst auf Konferenzen habe ich gesehen, dass es auch ganz andere Arbeitsumgebungen gibt, in denen deutlich mehr Frauen vertreten sind und die Atmosphäre viel angenehmer ist. Im Nachhinein würde ich deshalb nicht nur nach dem Thema entscheiden, sondern auch darauf achten, in welchem Umfeld man arbeitet. Seit 2007 bin ich in der Solarzellenforschung tätig, auch weil das Arbeitsumfeld für mich sehr gut passt.

Welche Tipps würden Sie Mädchen geben, die sich für Wissenschaft interessieren?
Am wichtigsten ist es, das zu machen, was Dir wirklich Spaß macht. Gleichzeitig sollte man auch darauf achten, dass das Umfeld und die Menschen, mit denen man arbeitet, zu einem passen.

Die Fragen stellte Livia Milas, Schülerpraktikantin

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