Ehemalige Schülerpraktikantin erhält Sonderpreis bei Jugend Forscht

Shaoxuan Wang hat zwei Wochen in einem Labor am HZB-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung an ihrem Projekt gearbeitet.

Shaoxuan Wang hat zwei Wochen in einem Labor am HZB-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung an ihrem Projekt gearbeitet. © HZB

Yan Lu (links) und der Biologielehrer Herr Bläß (rechts), haben Shaoxuan (mitte) ermutigt, ihre Idee wirklich umzusetzen. 

Yan Lu (links) und der Biologielehrer Herr Bläß (rechts), haben Shaoxuan (mitte) ermutigt, ihre Idee wirklich umzusetzen.  © HZB

© private snapshot / HZB

Im Wettbewerb Jugend Forscht hat Shaoxuan Wang für ihr Projekt „Smart Capsules – intelligente Mikrokapsel zur Glucose-abhängigen Insulinfreisetzung“ einen Sonderpreis erhalten. Das Projekt hat sie als „besondere Leistung“ für ihr Abitur konzipiert. Um die experimentellen Arbeiten durchzuführen, konnte die Schülerin noch einmal zwei Wochen im Labor am HZB-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung arbeiten, wo sie zwei Jahre zuvor ein Schülerpraktikum absolviert hatte.

Dass sie etwas mit Forschung machen will, steht schon länger fest. Für ihr Schülerpraktikum, das in ihrer Schule in der zehnten Klasse anstand, bewarb sich Shaoxuan Wang 2024 beim HZB-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung. Zwei Wochen lang pendelte sie jeden Tag von ihrem Wohnort in Wildau zum Lise-Meitner-Campus des HZB in Berlin-Wannsee, sah den Forschenden bei ihren Experimenten zu und lernte durch Beobachten und Nachfragen.

Das starke Interesse der Schülerin an Naturwissenschaft fiel auch den Lehrkräften an ihrem Gymnasium in Wildau auf. Sie schlugen Shaoxuan vor, am Schülerprogramm der Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) in Potsdam teilzunehmen. Und dort entdeckte sie das Thema, das sie als 'Besondere Leistungskomponente' für ihr Abitur bearbeiten wollte. „Mich faszinierte die Möglichkeit, Mikrokapseln zu entwickeln, die Medikamente nach Bedarf im Körper freisetzen können“, erzählt Shaoxuan. Ihr Biologielehrer, Herr Bläß, regte sie dazu an, diese Arbeit durch Experimente zu vertiefen. Nur wo könnte eine Schülerin solche Experimente durchführen?

Shaoxuan nahm ihren Mut zusammen und schrieb noch einmal an Yan Lu, die Direktorin des HZB-Instituts, wo sie damals ihr Schülerpraktikum gemacht hatte. Yan Lu zögerte einen Moment, denn obwohl sie sehr viel Expertise in der Kolloidforschung mitbringt, arbeitet sie am HZB in der Batterieforschung. „Aber ich wollte diese junge Schülerin sehr gerne unterstützen, sie war so motiviert und natürlich können wir hier auch Mikrokapseln herstellen“, sagt Yan Lu. Also sagte sie zu.

Eine Hürde war zunächst, dass es keine offiziellen Wege gab, um eine Abiturientin für ihre besondere Leistungskomponente in einem HZB-Labor arbeiten zu lassen. „Die Personalabteilung musste neue Lösungswege finden, um dies zu ermöglichen“, sagt Linda Schmalz, die Assistentin von Yan Lu.

Ende 2025 war es dann soweit. Zwei Wochen lang fuhr Shaoxuan jeden Tag mehr als drei Stunden hin und zurück, um im Labor mit etwas Unterstützung von erfahrenen Postdocs an der Herstellung der „smarten“ Mikrokapseln zu arbeiten. Sie sind mit einem Enzym beschichtet, das auf Glucose reagiert, indem es den PH-Wert an der Kapseloberfläche ändert. Daraufhin quillt die Mikrokapsel auf und setzt das Insulin frei. „Dass ich es in nur zwei Wochen geschafft habe, diese Mikrokapseln selbst herzustellen, das war schon ein tolles Gefühl“, sagt Shaoxuan. Ihr Biologielehrer Herr Bläß hatte sie anschließend aufgefordert, dieses Projekt bei Jugend Forscht einzureichen. Nun erhielt sie einen Sonderpreis mit einem Preisgeld von 1000 Euro und der Option, am Alumni-Netzwerk und an Seminaren teilzunehmen.

Nun freut sie sich auf die nächsten Schritte: „Ich will molekulare Biotechnologie oder Biochemie studieren, am liebsten in Heidelberg oder in München.“ Wir gratulieren herzlich und wünschen Shaoxuan Wang eine wunderbare Studienzeit.

arö

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