Erstmals gesicherte Zahlen: Investitionen in BESSY lohnen sich für Berlin und Deutschland

Die Übergabe der Wirkungsanalyse fand im Elektronenspeicherring von BESSY II statt. V.l.n.r. Bernd Rech (wissenschaftlicher Geschäftsführer, HZB), Saksia Vormfelde (kaufmännische Geschäftsführerin, HZB), Heny Marx (Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung), Renske M. van der Veen (wissenschaftliche Projektleiterin von BESSY III), Lars Handrich (Geschäftsführer, DIW Econ) und Antje Vollmer (BESSY II Sprecherin).

Die Übergabe der Wirkungsanalyse fand im Elektronenspeicherring von BESSY II statt. V.l.n.r. Bernd Rech (wissenschaftlicher Geschäftsführer, HZB), Saksia Vormfelde (kaufmännische Geschäftsführerin, HZB), Heny Marx (Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung), Renske M. van der Veen (wissenschaftliche Projektleiterin von BESSY III), Lars Handrich (Geschäftsführer, DIW Econ) und Antje Vollmer (BESSY II Sprecherin). © HZB / M. Setzpfandt

Eine Wirkungsanalyse des DIW Econ zeigt den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wert von BESSY II. Jeder investierte Euro bringt Deutschland drei Euro ein, dem Land Berlin sogar zehn Euro. Darüber hinaus gibt die Studie eine wirtschaftliche Prognose zum Bau von BESSY III.
Die Wirkungsanalyse wurde am 3. September 2026 an Dr. Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung im Berliner Senat übergeben. Er befürwortet Investitionen und setzt sich mit Nachdruck für BESSY III ein.

Das HZB betreibt im Technologiepark Berlin-Adlershof seit 1998 die Röntgenquelle
BESSY II. Jedes Jahr zieht sie durchschnittlich 2.700 Besuche von nationalen und internationalen Forschenden an, die hier elektronische Strukturen und Reaktionen in Materialien analysieren. Sie arbeiten an klimafreundlichen Energietechnologien, legen die Grundlagen für neue Medikamente oder Datenspeicher.

Aber was bringt BESSY II Deutschland und Berlin ganz konkret?  Und wie sehen die Prognosen für die Nachfolgequelle BESSY III aus?

Diese Fragen haben Fachleute der Beratungstochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW Econ GmbH) für einen repräsentativen Zeitraum von 2010 bis 2022 untersucht. Die Studie betrachtet wirtschaftliche Effekte wie die Bruttowertschöpfung, die Erwerbstätigkeit und die öffentlichen Einnahmen in Deutschland und Berlin (Nachfrageeffekte). Das Generieren neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Entwicklung von Fachkräften sowie Ausstrahlungseffekte in Unternehmen fließen ebenfalls ein (angebotsseitige Effekte). Ausgewertet wurden außerdem Fallstudien von Unternehmen, die als Zulieferer oder Nutzer entscheidend von BESSY II profitiert haben.

Die Ergebnisse der Impakt-Studie: BESSY II zahlt sich selbst zurück, BESSY III lohnt sich schon während des Baus

  • Für jeden Berliner Euro gibt BESSY das Zehnfache zurück.

Zwischen 2010 und 2022 hat das Land Berlin 58 Mio. € in BESSY II investiert. Ausgelöst wurde dadurch eine Bruttowertschöpfung von rund 600 Mio. € in Berlin – das 10-fache der eingesetzten Landesmittel.

Durch die von Bund und Land gemeinsam für BESSY II eingesetzten Grundmittel von rund 600 Mio. € wird in Deutschland eine Bruttowertschöpfung von rund 1 Mrd. € ausgelöst. Der gesamtwirtschaftliche Effekt Deutschlandweit (Nachfrage- und angebotsseitige Effekte) liegt sogar bei rund dem 3-fachen der eingesetzten öffentlichen Mittel.

  • BESSY zahlt sich selbst zurück.

Den eingesetzten 58 Mio. € aus Landesmitteln stehen 60 Mio. € Steuereinnahmen für Berlin (2010–2022) gegenüber. Schon über die Steuereinnahmen allein amortisiert sich BESSY II für Berlin. 

  • BESSY III lohnt sich schon während des Baus.

Die geschätzten inflationsbereinigten (2020-Preise) Baukosten von rund 900 Mio. € werden vollständig in Bruttowertschöpfung umgewandelt, wovon 300 Mio. € in Berlin verbleiben. Durch den Bau von BESSY III werden in der Spitze über 1.600 Arbeitsplätze deutschlandweit entstehen, 600 davon in Berlin. Die positiven Effekte setzen sich auch in der Betriebsphase fort. Die Fachleute von DIW Econ prognostizieren eine jährliche Bruttowertschöpfung von 91 Mio. € durch BESSY III. Zudem werden mehr als 900 Arbeitsplätze in Deutschland gesichert.

  • BESSY gestaltet Berlins Ökosystem für Hightech und Talente.

Die Anlage ist eng vernetzt mit Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen, sie ist Ankerpartner für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Dank BESSY können diese ihre Forschung an eigenen Strahlrohren durchführen und damit ihren systemrelevanten Auftrag erfüllen. So unterstützt die PTB die Weltmarktführer ASML und Zeiss SMT bei der Weiterentwicklung ihrer EUV-Lithographieanlagen.
Ferner sind lokale Zulieferfirmen wie FMB zu international gefragten Spezialanbietern gewachsen.

„BESSY II steht für Spitzenforschung made in Berlin. An dieser Erfolgsgeschichte wollen wir anknüpfen. Deswegen setzen wir uns mit Nachdruck und Leidenschaft für das Zukunftsprojekt BESSY III ein. BESSY steht für wissenschaftliche Exzellenz und internationale Strahlkraft – für Berlin und Deutschland. Jedes Jahr kommen Tausende Forschende aus dem In- und Ausland nach Adlershof, um hier an neuen Materialien, Wirkstoffen und Technologien zu arbeiten. Zugleich ist BESSY ein wichtiger Innovationsmotor für die Wirtschaft. Die heute veröffentlichte Wirkungsanalyse zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung Berlins Elektronenspeicherring für die Wissenschaft und darüber hinaus für Industrie, High-Tech und Wertschöpfung hat. Auf dieser Stärke wollen wir aufbauen und Berlin als Standort internationaler Spitzenforschung weiter voranbringen“ unterstreicht Dr. Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung im Berliner Senat.

„Die Wirkungsanalyse belegt den hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen von BESSY II. Dieses Know-how wollen wir in Deutschland nicht nur erhalten, sondern mit modernster Technik in eine neue Dimension bringen.
Damit Wissenschaft und Unternehmen auch künftig Zugang zu state-of-the-art Analyse-Methoden haben, bauen wir mit BESSY III eine Nachfolgequelle in Berlin-Adlershof. Dafür brauchen wir breite Unterstützung aus Politik und Gesellschaft
“, sagt Prof. Bernd Rech, wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZB. 

red.

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