BESSY II nimmt Betrieb nach Wartungspause wieder auf

Im Speicherring wurden auch drei neue aktive 1,5-GHz-Resonatoren für höhere Harmonische installiert. 

Im Speicherring wurden auch drei neue aktive 1,5-GHz-Resonatoren für höhere Harmonische installiert. 

Nach einer vierwöchigen Wartungspause ist der BESSY II-Beschleunigerkomplex seit Montag, 7. September 2026 wieder in Betrieb. BESSY II wird am 22. September den vollen Nutzerbetrieb wieder aufnehmen.

Während der Abschaltung wurde die Anlage vollständig heruntergefahren, damit umfangreiche Wartungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt werden konnten. 

Drei neue Kavitäten eingebaut

Im Speicherring musste das Vakuumsystem geöffnet werden, um unter anderem drei neue aktive 1,5-GHz-Kavitäten für höhere Harmonische zu installieren. Sie ermöglichen es, die Länge der gespeicherten Elektronenpakete zu variieren. Die Elektronenpakete können verkürzt werden, um Photonenimpulse mit einer hohen Zeitauflösung von ca. 10 Pikosekunden zu erzeugen. Sie können aber auch verlängert werden, um die Elektronenpaketdichte zu verringern und dadurch die Touschek-Lebensdauer zu erhöhen. Letzteres ist der Standardbetriebsmodus bei BESSY II.

Die Inbetriebnahme der neuen Kavitäten wird noch mehrere Monate in Anspruch nehmen, da die erforderlichen Hochfrequenz-Sender noch installiert werden müssen. Dann werden die neuen Kavitäten die bestehenden passiven Kavitäten ersetzen, die als veraltet gelten. Die Entwicklung und Erprobung der neuen Kavitäten erfolgte gemeinsam mit den Lichtquellen ALBA (Spanien) und DESY (Hamburg).

Mit neuen Kavitäten auf dem Weg zu BESSY III

Die Anschaffung und Installation ist Teil des BESSY II+-Modernisierungsprogramms. "Diese Technologie, die bald am BESSY II in den Nutzerbetrieb gehen wird, legt den Grundstein für die neuen Hochfrequenz-Systeme für die Nachfolgequelle BESSY III. Damit geht bereits ein erstes Stück BESSY III in Betrieb", sagte Prof. Andreas Jankowiak, Technischer Direktor von BESSY II.

Ab 22. September kommen die Nutzer*innen wieder

Bis es soweit ist, müssen die Werte für den Nutzerdienst weiter verbessert werden. Dabei wird u.a. die Vakuumkammer des Speicherrings mit Synchrotronstrahlung „gereinigt“. Außerdem müssen Speicherring und Strahlführungen vollständig in Betrieb genommen werden.

Danke an alle, die die Wartungs- und Modernisierungsarbeiten während des Sommers durchgeführt haben und diese schnelle und erfolgreiche Inbetriebnahme von BESSY II ermöglichten.

Hinweis: Investitionen in BESSY lohnen sich für Berlin und Deutschland

Eine Wirkungsanalyse der Beratungstochter des Deutschen Insituts für Wirtschaftsforschung DIW Econ zeigt den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wert von BESSY II. Jeder investierte Euro bringt Deutschland drei Euro ein, dem Land Berlin sogar zehn Euro. Darüber hinaus gibt die Studie eine wirtschaftliche Prognose zum Bau von BESSY III.

Zur Pressemeldung und zur Studie 

(aj/red.)

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Ultraschnelle Entmagnetisierung - Dünneres Eisen, stärkere Wirkung 
    Science Highlight
    23.10.2026
    Ultraschnelle Entmagnetisierung - Dünneres Eisen, stärkere Wirkung 

    Je dünner eine Eisenschicht, desto leichter lässt sie sich durch einen Laserpuls entmagnetisieren. Forschende der Universität Duisburg-Essen haben gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin und weiteren Partner:innen herausgefunden, warum das so ist: Entscheidend ist die magnetische Ordnung an den Grenzflächen des Materials. Die Erkenntnisse könnten langfristig dazu beitragen, neue Technologien für die magnetische Datenspeicherung zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlicht.

  • Muster aus polaren Wirbeln in bleifreien Übergittern auf Silizium
    Science Highlight
    19.10.2026
    Muster aus polaren Wirbeln in bleifreien Übergittern auf Silizium
    Ein Team am HZB hat erstmals polare Wirbel in (BaTiO3/SrTiO3)10-Übergittern auf Silizium nachgewiesen. Diese Ergebnisse erweitern das Spektrum an Materialien und Substraten, auf denen polare topologische Texturen auftreten können, und sie eröffnen neue Möglichkeiten für die Einbindung komplexer ferroelektrischer Zustände in siliziumbasierte Technologien.

  • Nanosilber als Elektrokatalysator für die CO₂-Verwertung
    Science Highlight
    24.09.2026
    Nanosilber als Elektrokatalysator für die CO₂-Verwertung
    Durch Elektrolyse lässt sich CO2 zu CO reduzieren, einem Ausgangsstoff für weitere chemische Produkte wie beispielsweise Kraftstoffe. Im Rahmen des GreenQUEST-Projekts hat ein internationales Team um den HZB-Chemiker Prashanth Menezes Katalysatorschichten aus Silbernanopartikeln systematisch untersucht und dabei sowohl die Partikelgröße als auch deren Dichte variiert. Die beste Ausbeute wurde mit Nanopartikeln mit Durchmessern von etwa 10 nm erzielt, die locker verteilt waren. Darüber hinaus zeigten sie, wie sich die Wirtschaftlichkeit der elektrochemischen Zelle durch eine zusätzliche chemische Reaktion an der Anode verbessern lässt, indem gleichzeitig wertvolle Ameisensäure, Wasserstoff und CO erzeugt wird.