Neuer Treibhausgasbericht: Die Hauptverursacher von Emissionen am HZB

Energiemanagement am HZB

Energiemanagement am HZB © HZB/KI-generiert

Die Hauptverursacher von Emissionen des HZB; Quelle: Treibhasgasbilanz (Basis: 2024).

Die Hauptverursacher von Emissionen des HZB; Quelle: Treibhasgasbilanz (Basis: 2024). © HZB/C. Hanke

Seit vielen Jahren engagiert sich das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) für ressourcenschonendes Forschen und Arbeiten. Das Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 treibhausgasneutral zu werden. Dafür lässt es regelmäßig die Emissionen in einem Treibhausgas-Bericht erfassen und verifizieren. Der neue Bericht für das Bilanzjahr 2024 wurde durch einen externen Verifizierungsprozess geprüft und liegt nun vor. Zudem hat das HZB im Juli 2026 die Zertifizierung für das Energiemanagement-System nach dem DIN-Standard erhalten.

Treibhausgas-Bilanz für 2024: Die Ergebnisse im Überblick

Zur Methode

Das HZB lässt seine Treibhausgas-Emissionen nach dem international anerkannten Standard „Green House Gas Protocol“ erfassen. Es definiert drei „Scopes“ für die Erhebung:

  • Scope 1: Direkte Treibhausgas-Emissionen durch Verbrennung in eigenen Anlagen (z.B. Netzersatzanlage, firmeneigene Fahrzeuge) sowie Leckagen von Kältemittel (Kältemaschine) oder direkte Emissionen aus Prozessen (technische Gase).
  • Scope 2: Indirekte THG-Emissionen von eingekaufter Energie (Strom, Fernwärme, Nahwärme).
  • Scope 3: Indirekte Emissionen in der vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungskette (u.a. Einkauf von Anlagen, Chemikalien etc., Dienstreisen, Pendeln, Abfälle)

Die Bilanz berücksichtigt die Emissionen der HZB-Standorte in Berlin-Wannsee (LMC), in Berlin-Adlershof und in Jena mit dem Helmholtz-Institut für Polymere in Energieanwendungen (HIPOLE Jena).

Die Ergebnisse der Treibhausgas-Bilanz

Die gesamten Treibhausgasemissionen des HZB im Jahr 2024 betragen 12.679 Tonnen CO₂e. Davon entfallen 83 Tonnen CO₂e auf Scope 1, 886 t CO₂e auf Scope 2 (marktbezogene Methode) und 11.710 Tonnen CO₂e auf Scope 3.

Die größten Verursacher von Emissionen am HZB sind (siehe Grafik):

  • Einkauf wissenschaftlicher Anlagen: 40,5% der Gesamtemissionen des HZB
  • Einkauf betrieblicher Ausstattung: 9,5% der Gesamtemissionen des HZB
  • Allgemeine Baukonstruktionen: 8,9% der Gesamtemissionen des HZB
  • Geschäftsreisen: 7,5% der Gesamtemissionen des HZB
  • Pendeln der Mitarbeitenden zur Arbeit: 7,5% der Gesamtemissionen des HZB

Wie geht das HZB mit diesen Ergebnissen um?

Das HZB hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Um das Ziel zu erreichen, hat das HZB ein Klimaschutzkonzept entwickelt und wird es um Erkenntnisse aus der neuen Bilanz aktualisieren. Es führt Ziele, Strategien und Maßnahmen für den Bereich des Klimaschutzes und die Verbesserung der Treibhausgasbilanz zusammen. Viele Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen wurden bereits umgesetzt. Der Arbeitskreis Umwelt, ein regelmäßig tagendes Gremium des HZB, empfiehlt Maßnahmen an die Geschäftsführung, um die Emissionen weiter zu senken. Es wird sich mit den Ergebnissen der Treibhausgas-Bilanz weiter auseinandersetzen.

Die nächste Treibhausgas-Bilanz wird für das Jahr 2027 erstellt.

Zertifiziertes Energiemanagement-System nach DIN EN ISO 50001

Im Juli 2026 erhielt das HZB erstmalig die Zertifizierung für sein Energiemanagement-System nach DIN EN ISO 50001. Die Auditorin hob insbesondere das große Engagement der Mitarbeitenden hervor. Das HZB sei auch organisatorisch sehr gut aufgestellt, um die Ziele des Energiemanagement-System umzusetzen.

Ziel ist es, die Energieeffizienz kontinuierlich und messbar zu verbessern. Dafür identifiziert das HZB fortlaufend Einsparpotenziale beim Energieverbrauch und beim Energieeinsatz und setzt diese um. (Erklärung des HZB zur Energiepolitik). Unter anderem hat das HZB eine Software eingeführt, mit der die gesamten Energieflüsse – differenziert nach einzelnen Gebäuden – betrachtet werden können.

sz

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • BESSY II: Aufgedampfte Perowskit-Schichten in Tandem-Solarzellen verbessert
    Science Highlight
    26.08.2026
    BESSY II: Aufgedampfte Perowskit-Schichten in Tandem-Solarzellen verbessert
    Perowskit-Silizium-Tandem-Solarzellen erzielen deutlich höhere Wirkungsgrade als reine Silizium-Solarzellen. Ein besonders attraktives Verfahren, um diese Tandem-Solarzellen zu produzieren, ist die Co-Verdampfung der Perowskit-Vorläufermoleküle auf die Silizium-Teilzelle. Ein Team am HZB hat nun das Schichtwachstum auf Nanometerskala an BESSY II analysiert und einen neuen Weg gefunden, die Qualität der Perowskit-Schicht zu verbessern: Das Einbringen einer dünnen Keimschicht aus Cäsiumchlorid zwischen die beiden Teilzellen fördert ein gleichmäßiges Perowskit-Wachstum und unterdrückt die Bildung von unerwünschtem Bleijodid an der Grenzfläche.
  • Das HZB lädt zum Tag der offenen Tür am 28. August ein
    Nachricht
    21.08.2026
    Das HZB lädt zum Tag der offenen Tür am 28. August ein
    Wir laden euch herzlich zum Tag der offenen Tür auf dem Lise-Meitner-Campus des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) in Wannsee ein! Es erwartet euch ein abwechslungsreiches Programm mit rund 20 Stationen, spannenden Führungen, Vorträgen und Mitmachangeboten für Groß und Klein.
  • Hatice Mutlu an das Helmholtz-Institut HIPOLE in Jena berufen
    Nachricht
    19.08.2026
    Hatice Mutlu an das Helmholtz-Institut HIPOLE in Jena berufen
    Prof. Dr. Hatice Mutlu ist neue Professorin für Nachhaltige Polymerchemie am HIPOLE Jena, dem Helmholtz-Institut für Polymere in Energieanwendungen. Am 17. August 2026 besuchte sie den HZB-Campus in Berlin-Adlershof, besichtigte die Röntgenquelle BESSY II und tauschte sich mit Forschenden und der Geschäftsführung über die künftige Zusammenarbeit aus.