Rekord-Solarzellen in HyPerCells Graduiertenschule

Labortour am HZB-Institut f&uuml;r Siliziumphotovoltaik, anl&auml;sslich des HyPerCells Forschungskolloquiums im Mai 2017. </p>
<p>

Labortour am HZB-Institut für Siliziumphotovoltaik, anlässlich des HyPerCells Forschungskolloquiums im Mai 2017.

© HZB

Die aktive Perowskit-Schicht war nur 350 nm dick. Sie ist in organische Schichten aus dem Fulleren C60 und dem Polymer PTAA eingebettet.

Die aktive Perowskit-Schicht war nur 350 nm dick. Sie ist in organische Schichten aus dem Fulleren C60 und dem Polymer PTAA eingebettet. © HZB/Uni Potsdam

Stromdichte-Spannungskurve einer Perowskit-Solarzelle mit einer Effizienz von 21.4&nbsp;%. Daten: Martin Stolterfoht und Christian Wolff, Universit&auml;t Potsdam.

Stromdichte-Spannungskurve einer Perowskit-Solarzelle mit einer Effizienz von 21.4 %. Daten: Martin Stolterfoht und Christian Wolff, Universität Potsdam.

Erst vor zwei Jahren haben die Universität Potsdam und das Helmholtz-Zentrum Berlin die Graduiertenschule HyPerCells mit dem Forschungsschwerpunkt Perowskite gegründet. Nun haben Gruppen im Rahmen der Graduiertenschule Perowskit-Solarzellen mit Rekord-Effizienzen von über 20 Prozent hergestellt. Damit ist die Graduiertenschule in Deutschland absoluter Spitzenreiter und im internationalen Vergleich (ganz) vorne mit dabei.

Hybride Perowskite zählen zu den vielversprechendsten Halbleitermaterialien für neuartige Dünnschichtsolarzellen. Hohe Absorptionskoeffizienten und eine über einen weiten Bereich einstellbare optische Bandlücke machen diese Materialklasse einzigartig. Besonders attraktiv ist dabei die Kombination einer Perowskit-Zelle mit klassischen Halbleitermaterialien wie beispielsweise Silizium in hocheffizienten Tandem-Solarzellen.

Vor diesem Hintergrund wurde vor zwei Jahren die Graduiertenschule HyPerCells gegründet, gemeinschaftlich organisiert durch die Universität Potsdam und das Helmholtz-Zentrum Berlin. In HyPerCells forschen derzeit 15 Doktorandinnen und Doktoranden aus Fachgebieten wie Chemie, Physik, Elektrotechnik und Kristallographie an dem Verständnis und der Weiterentwicklung von Materialien und Zellstrukturen. Erst kürzlich haben sich drei am HZB beheimate Nachwuchsgruppen der Schule angeschlossen. Diese Erweiterung ermöglicht es der Schule, auch anwendungsrelevante Aspekte dieser brisanten Materialklasse im Detail zu verstehen. Wichtige Forschungsthemen der Nachwuchsgruppen geleitet von Steve Albrecht, Eva Unger und Antonio Abate sind die Entwicklung neuer Schichtstrukturen für Tandem-Solarzellen, die Herstellung großflächiger Zellen mittels Drucktechnologien und die Untersuchung von Degradationsmechanismen.

Und das Konzept geht auf. In den letzten Monaten ist es gelungen, Perowskit-Solarzellen mit Rekord-Effizienzen von über 20 Prozent zu realisieren. Das ist ein Spitzenwert für sogenannte „invertierte“ Perowskit-Solarzellen bei Verwendung undotierter Kontaktschichten. Damit ist die Graduiertenschule in Deutschland absoluter Spitzenreiter und im internationalen Vergleich (ganz) vorne mit dabei. Wesentlich für diese Erfolge war ein detailliertes Verständnis der relevanten physikalischen und chemischen Prozesse in diesen Solarzellen. Dieses und weitere wichtige Ergebnisse dieses neuen Photovoltaikmaterials wurden jüngst in hochrangigen Journalen wie Advanced Materials, Energy & Environmental Science, ACS Applied Materials and Interfaces, und Advanced Optical Materials veröffentlicht. Auch auf nationalen und internationalen Konferenzen sind Studenten der Graduiertenschule zunehmend präsent.

Weitere Informationen: www.perovskites.de/

red.

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Unordnung erzeugt neue Eigenschaften in Verbindungshalbleitern
    Science Highlight
    29.06.2026
    Unordnung erzeugt neue Eigenschaften in Verbindungshalbleitern
    Ein internationales Forschungsteam hat gezeigt, dass intrinsische Unordnung im Verbindungshalbleiter CuInSnS₄ genutzt werden kann, um dessen optische Eigenschaften zu beeinflussen. Optische Anregungen (Exzitonen) reagieren empfindlich auf die lokale Anordnung der Atome. Dabei zeigen sie überraschenderweise eine richtungsabhängige Reaktion, obwohl die durchschnittliche Kristallstruktur kubisch ist. Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf den Zusammenhang zwischen Unordnung und Materialeigenschaften und eröffnen neue Möglichkeiten für ein gezieltes „Unordnungs-Engineering“ in optoelektronischen und photokatalytischen Bauelementen.
  • Perowskit-Solarzellen: Prognosen zur Langzeitstabilität
    Science Highlight
    25.06.2026
    Perowskit-Solarzellen: Prognosen zur Langzeitstabilität
    Zuverlässige Aussagen über die Langzeitstabilität von Perowskit-Solarzellen sind nach wie vor schwierig. Welche Verfahren zur Prognostik von Langzeitstabilität aussagekräftig sind, und wo noch Forschungsbedarf besteht, zeigt nun eine neue Studie aus dem Team um Dr. Carolin Ulbrich im renommierten Fachjournal Joule.
  • PV-Expertentreffen in Berlin
    Nachricht
    15.06.2026
    PV-Expertentreffen in Berlin
    Der 6. tandemPV-Workshop findet vom 17. bis 19. Juni 2026 in Berlin statt und ausgerichtet vom Helmholtz-Zentrum Berlin.