Zwei Frauen, eine Mission: Diversität am HZB leben

© HZB/Florentine Krawatzek

Ende Oktober 2022 hat die Geschäftsführung Ana Sofia Anselmo und Silvia Zerbe als neue Diversitätsbeauftragte ernannt. Gemeinsam werden sie die Vielfalt am HZB thematisieren und mit den Mitarbeitenden vorantreiben. Ana arbeitet im Geschäftsführungsbüro und ist für Internationales verantwortlich. Silvia ist stellvertretende Pressesprecherin des HZB und widmet sich der internen Kommunikation im Zentrum.

Was sind Eure ersten Gedanken bei dem Thema: Diversität am HZB?

Silvia: Für mich bedeutet Vielfalt etwas sehr Positives. Es ist eine Einladung, Gemeinsamkeiten zu entdecken, aber auch Unterschiede anzuerkennen. Am HZB begann das Thema Diversität nicht erst mit dem Audit (Informationen über das Diversity-Audit), denn die Arbeit in einem Forschungsinstitut bringt Vielfalt mit sich. Ich finde es großartig, dass wir uns mit dem Audit bewusst dazu entschieden haben, Vielfalt auch strukturell stärker zu verankern. Gleichberechtigung, Vernetzung und Austausch sind mir besonders wichtig. Ich möchte ein offenes Ohr haben, für jeden und jede von uns, und viele verschiedene Perspektiven kennenlernen.

Ana Sofia: Ich stimme Silvia zu. Als Forschungseinrichtung sind wir von Natur aus vielfältig. Die Wissenschaft lebt von Zusammenarbeit und Kreativität, die durch unsere verschiedenen persönlichen Erfahrungen und Hintergründe bereichert werden. Wir alle tragen eine einzigartige Zusammenstellung von Merkmalen in uns - unsere Lebensumstände, unsere Erziehung, unsere Bildung, unser Erbe, unsere Lebenserfahrung. Sie prägen und bereichern unsere Interaktionen und die Wissenschaft, die wir betreiben. Ich glaube, dass wir noch mehr die Vielfalt als Chance und Vorteil sehen müssen. Wir müssen sie fördern, unterstützen und uns voll und ganz auf sie einlassen, denn das wird uns zu einer besseren Wissenschaft führen.

Was sind nun Eure ersten Schritte?

Ana Sofia: In den letzten Jahren wurden einige Themen bereits aktiv angegangen, was zum großen Teil Jennifer Schevardo und dem Diversity-Audit zu verdanken ist. Das ist eine sehr gute Ausgangsbasis für uns. Es ist wichtig, die bereits unternommenen Schritte zu ergänzen und die Diversität weiter in unseren Alltag zu bringen. Wir folgen in gewisser Weise der Strategie, die wir während des Audits angewandt haben: Wir diskutieren gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen über Ideen und gehen von dort aus weiter. Ich finde, dass es sehr fruchtbar sein kann, allen eine Stimme zu geben und ihnen Raum zu geben, gehört zu werden.

Silvia: Mir ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den bestehenden Vertrauenspersonen gestärkt wird. Wir haben Gleichstellungsbeauftragte, eine Schwerbehindertenvertretung, eine Antidiskriminierungsbeauftragte, ein Office for Work and Life und noch viele andere Ansprechpersonen. Wir sind am HZB wirklich gut aufgestellt, was diese Themen angeht. Deshalb sollten wir uns, wo es möglich ist, noch mehr unterstützen.
Wir möchten in Kürze wieder den Austausch mit den Mitarbeitenden zu Diversity-Themen aufleben lassen. Diese Diskussionen sind so fruchtbar und ich freue mich, dass dieser Dialog nun wieder Fahrt aufnimmt. Wir laden alle ein, mitzumachen und uns mit ihren Ideen zu unterstützen.

Was erwartet Ihr von uns als HZB-Mitarbeitende?

Ana Sofia:  Wir hoffen, dass sich Kolleginnen und Kollegen engagieren und aktiv beteiligen; nicht nur die etablierten Vertrauenspersonen, sondern auch jede und jeder individuell. Wir laden alle ein, sich mit Feedback und Vorschlägen an uns zu wenden und auch persönlichen Erfahrungen zu teilen, wie sie Diversität (er)leben.
Allerdings sind wir gerade erst ernannt worden. Wir denken noch darüber nach, wie wir bestimmte Momente des Austauschs gestalten können. Vielleicht in Form von informellen Roundtables sowie organisierten Podiumsdiskussionen mit Fachleuten und anderen Aktivitäten. Wir werden sehr bald mit der Planung beginnen, halten Sie sich gerne auf dem Laufenden!

Silvia: Genau, wir sind noch dabei uns einzuarbeiten und freuen uns, bald mit der sichtbaren Arbeit zu starten. In der Zwischenzeit haben sich viele Mitarbeitende in den Diversity-Labs weiter engagiert: Das Thema Mental Health steht zum Beispiel kurz vor der Verstetigung, wir haben mit HZB-CONNECT eine gute Vernetzungsplattform etabliert und gehen beim Thema Internationales voran. Doch sollten wir nicht vergessen, Vielfalt findet nicht nur in diesen Strukturen statt, sondern jeden Tag, in jeder Abteilung. Für mich heißt es, offen ranzugehen, nachzufragen, Empathie und Interesse zu zeigen, das bringt uns in unserer Arbeitskultur weiter und das macht Diversität aus.

 

Die Fragen stellte Florentine Krawatzek


Das könnte Sie auch interessieren

  • BESSY II: Wie das gepulste Laden die Lebensdauer von Batterien verlängert
    Science Highlight
    08.04.2024
    BESSY II: Wie das gepulste Laden die Lebensdauer von Batterien verlängert
    Ein verbessertes Ladeprotokoll könnte die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien deutlich verlängern. Das Laden mit hochfrequentem gepulstem Strom verringert Alterungseffekte. Dies zeigte ein internationales Team unter der Leitung von Philipp Adelhelm (HZB und Humboldt-Universität) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin und der Aalborg University in Dänemark. Besonders aufschlussreich waren Experimente an der Röntgenquelle BESSY II.
  • Brennstoffzellen: Oxidationsprozesse von Phosphorsäure aufgeklärt
    Science Highlight
    03.04.2024
    Brennstoffzellen: Oxidationsprozesse von Phosphorsäure aufgeklärt
    Die Wechselwirkungen zwischen Phosporsäure und dem Platin-Katalysator in Hochtemperatur-PEM-Brennstoffzellen sind komplexer als bisher angenommen. Röntgen-Experimente an BESSY II in einem mittleren Energiebereich (tender x-rays) haben die vielfältigen Oxidationsprozesse an der Platin-Elektrolyt-Grenzfläche entschlüsselt. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Feuchtigkeit in der Brennstoffzelle diese Prozesse beeinflusst, so dass sich hier Möglichkeiten bieten, um Lebensdauer und Wirkungsgrad von Brennstoffzellen zu erhöhen. 
  • Best Innovator Award 2023 für Artem Musiienko
    Nachricht
    22.03.2024
    Best Innovator Award 2023 für Artem Musiienko
    Dr. Artem Musiienko ist für seine bahnbrechende neue Methode zur Charakterisierung von Halbleitern mit einem besonderen Preis ausgezeichnet worden. Auf der Jahreskonferenz der Marie Curie Alumni Association (MCAA) in Mailand, Italien, wurde ihm der MCAA Award für die beste Innovation verliehen. Seit 2023 forscht Musiienko mit einem Postdoc-Stipendium der Marie-Sklodowska-Curie-Actions in der Abteilung von Antonio Abate, Novel Materials and Interfaces for Photovoltaic Solar Cells (SE-AMIP) am HZB.