CIGS-Perowskit-Tandemzelle erreicht Rekordwirkungsgrad von 25,5 %

Die abgebildete Tandemsolarzelle kombiniert Halbleiter aus CIGSe und Perowskit. Sie ist etwas größer als 1 Quadratzentimeter und erreicht für diese Materialkombination einen Rekordwirkungsgrad von 25,5%.

Die abgebildete Tandemsolarzelle kombiniert Halbleiter aus CIGSe und Perowskit. Sie ist etwas größer als 1 Quadratzentimeter und erreicht für diese Materialkombination einen Rekordwirkungsgrad von 25,5%. © G. Farias Basulto / HZB

Ein Berliner Team aus Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und Center for the Science of Materials Berlin (CSMB) an der Humboldt-Universität zu Berlin hat einen neuen Rekord für eine Tandemsolarzelle aufgestellt. Durch die Kombination einer CIGS-Halbleiterschicht mit Perowskit gelang es ihnen, 25,5 % des Sonnenlichts in elektrische Energie umzuwandeln. Der bisherige Rekord für diese Materialkombination und diese Zellgröße lag bei 24,6 %. Der neue Rekord wurde zertifiziert und ist in den Solar Cell Efficiency Tables (den „Green Tables“) zu finden, die als Nachschlagewerk für die weltweite Photovoltaik-Gemeinschaft gelten.

Um in diese spezielle „Rekordtabelle“ aufgenommen zu werden, ist nicht nur ein hoher Wirkungsgrad erforderlich, sondern auch eine Fläche von mehr als 1 cm2. Die bekannte NLR-Tabelle (ehemals NREL) listet dagegen nur den maximalen Wirkungsgrad pro Technologie auf, selbst wenn die Zelle eine Fläche von nur 0,001 cm2 hat.

„Um unseren bisherigen Meilenstein im Rahmen des europäischen Projekts SOLMATES zu übertreffen, setzten wir CIGSe-Zellen mit unterschiedlichen Bandlücken (d. h. 1,05 eV und 1,1 eV) ein, und nutzten zwei unterschiedliche Schichtdicken von mit Aluminium dotierten Zinkoxiden. Außerdem haben wir verschiedene Zellarchitekturen getestet und damit die Verbesserungen ergänzt, die wir bereits bei unserem vorherigen Rekord erzielt hatten“, sagt Dr. Guillermo Farias Basulto.

Um die Rekombinationsverluste an den Grenzflächen zu reduzieren und die Stabilität der Bauelemente zu verbessern, untersuchte der Chemiker Wuai Zhang (CSMB) viele Kombinationen aus Nickeloxid und selbstorganisierten Monoschichten (SAMs) als Lochtransportmaterial. Zhang optimierte außerdem den elektronenselektiven Kontakt, indem er die Verdampfungsrate von Buckminsterfulleren (C60) auf einer ultradünnen Passivierungsschicht aus Lithiumfluorid (LiF) veränderte.

Die Zelle hat eine Fläche von 1,081 cm2, was immer noch sehr klein ist. Im Rahmen des SOLMATES-Projekts gelang es jedoch Nicolas Otto von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) gemeinsam mit Thede Mehlhop vom HZB, ein Minimodul mit einem ähnlichen Materialstapel und einem Wirkungsgrad von etwa 19,7 % bei einer Fläche von 2,25 cm2 herzustellen. „Physikalische Gründe sprechen dafür, dass 25,5 % lediglich ein Zwischenergebnis sind. In internen Tests mit ähnlichen Architekturen konnten wir bereits Wirkungsgrade von 27,5 % erreichen“, betont Farias-Basulto.

 

red.

  • Link kopieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Gemeinsame Power statt doppelter Strukturen:
    Nachricht
    18.09.2026
    Gemeinsame Power statt doppelter Strukturen:
    Die Berliner Wissenschaft treibt ihre Forschungsexzellenz durch den Aufbau einer leistungsfähigen, institutionenübergreifend nutzbaren Daten- und KI-Infrastruktur weiter voran. Mit einer am 18. September 2026 unterzeichneten gemeinsamen Vereinbarung ebnen die Berlin University Alliance (BUA), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und das Zuse-Institut Berlin (ZIB) den Weg für ein gemeinsames Data-Science- und KI-Zentrum in Berlin-Dahlem und Adlershof.
  • Marcel Risch wird Professor an der Freien Universität Berlin
    Nachricht
    17.09.2026
    Marcel Risch wird Professor an der Freien Universität Berlin
    Seit August 2026 ist Marcel Risch Professor (W2-S) im Fachbereich Physik an der Freien Universität Berlin. Seine Nachwuchsgruppe wird zur Abteilung Mechanismen nachhaltiger Elektrokatalyse. Risch erforscht die fundamentalen Mechanismen elektrokatalytischer Reaktionen und entwickelt auf dieser Grundlage wissens- und datengetriebene Strategien zur Verbesserung von Elektrokatalysatoren für die nachhaltige Erzeugung von Wasserstoff, Kraftstoffen und Chemikalien.
  • Neues Verfahren kann MRT-Bildgebung künftig präziser machen
    Science Highlight
    17.09.2026
    Neues Verfahren kann MRT-Bildgebung künftig präziser machen
    Ein Team aus Universität Stuttgart und HZB hat ein neues Verfahren entwickelt, das Aufnahmen im MRT künftig noch präziser machen kann. Dazu eliminierten die Forschenden einen entscheidenden Störfaktor im Messverfahren: die sogenannte Totzeit. Dadurch können Signale erfasst werden, die bei herkömmlichen Verfahren verloren gehen. Das Verfahren eröffnet neue Perspektiven für die medizinische Diagnostik und zerstörungsfreie Untersuchungen von Werkstoffen. Der neue Ansatz ist in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.