HZB gratuliert Peter Hegemann zum Nobelpreis

© Prof. Dr. Peter Hegemann Bildnachweis: Philipp Plum, Webseite der HU

Die IRIS-Messstation an BESSY II: Hier hat die Hegemann-Gruppe zwischen 2014 und 2021 regelmäßig experimentiert.

Die IRIS-Messstation an BESSY II: Hier hat die Hegemann-Gruppe zwischen 2014 und 2021 regelmäßig experimentiert. © HZB

Unser herzlicher Glückwunsch geht an Peter Hegemann, Professor für Neurowissenschaften und für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Gemeinsam mit Prof. Georg Nagel (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Prof. Karl Deisseroth (Stanford University, USA) hat er den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie 2026 gewonnen. Wir freuen uns sehr für ihn, sein Team, die Humboldt-Universität und die gesamte Berliner Wissenschaft.

Von der Forschung an Grünalgen bis zur Begründung der Optogenetik, einem völlig neuen Fachgebiet, hat Peter Hegemann seinen eigenen Weg verfolgt. Er zeigt, wie aus wissenschaftlicher Neugier ein neues Forschungsgebiet entstehen kann. Damit unterstreicht dieser Nobelpreis wieder einmal die große Bedeutung von Grundlagenforschung.

Am Anfang stand für Hegemann die Frage, wie Grünalgen Licht wahrnehmen und ihre Bewegung danach ausrichten. Pures Interesse am Erkenntnisgewinn. Er entdeckte, wie sich durch Lichteinfluss Ionenkanäle öffnen, welche Proteine daran beteiligt sind und wie sich dadurch innerhalb von Millisekunden die elektrische Spannung einer Zelle verändert.

Seine Entdeckungen zu lichtempfindlichen Proteinen ermöglichen es heute, zelluläre Prozesse gezielt mit Licht zu steuern. Damit legte er auch den Grundstein für mögliche medizinische Anwendungen.

Am HZB sind wir auch stolz darauf, dass seine Forschungsgruppen über Jahre hinweg unsere Röntgenquelle BESSY II für ihre Experimente genutzt haben. Unter anderem haben sie 2018 die Struktur des Proteins Rhodopsin-Guanylyl-Zyklase an den MX-Beamlines entschlüsselt. Dieses Enzym produziert den Botenstoff cGMP nach Lichtbestrahlung und steht damit in direktem Zusammenhang zu Hegemann's Nobelpreistheme, der Optogenetik.  Außerdem haben sie regelmäßig die Infrarot-Beamline genutzt. Aus diesen Messkampagnen sind allein zwischen 2014 und 2021 neun Publikationen aus der Gruppe Hegemann entstanden. Es sind solche gemeinsam nutzbaren Infrastrukturen, die Berlin zu einer international führenden Wissenschaftsstandort machen. Erst kürzlich zeigte eine Studie von DIW Econ, dass jeder in BESSY II investierte Euro eine Bruttowertschöpfung von 10 Euro für Berlin ermöglicht. Investitionen in die Forschung sind Investitionen in die Zukunft. Der Nobelpreis für Peter Hegemann ist daher auch ein starkes Signal an die Berliner Politik.

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