In Gedenken an unseren Kollegen Dr. Roland Steitz
Wir trauern um unseren ehemaligen Kollegen Roland Steitz, der am 7. Oktober 2026 mit 66 Jahren nach einem langjährigen Kampf gegen eine heimtückische Krankheit viel zu früh von uns gegangen ist. Er war ein international hoch geschätzter Experte in der Neutronenforschung und setzte sich sehr aktiv ein, die Neutronen-Gemeinschaft in der ganzen Welt zu vernetzen.
Roland Steitzs humorvolle, freundliche Art war außergewöhnlich; sein stets respektvoller Umgang war für jedermann angenehm. Dabei strahlte er einen unbeugsamen Optimismus aus, der ihm auch half, über die schweren letzten Jahre zu kommen. In der Wissenschaft und später auch im Stab der Geschäftsführung wusste jede und jeder, dass man sich jederzeit auf ihn verlassen konnte. So war es nur konsequent, dass die Neutronen-Gemeinschaft ihn in das Komitee für Neutronenstreuung wählte, das ihre Interessen gegenüber dem Forschungsministerium vertritt. Auch die Kolleginnen und Kollegen am HZB schenkten ihm ihr Vertrauen und wählten ihn als Mitarbeitenden-Vertreter in den Aufsichtsrat.
Roland Steitz wurde am 1. März 1960 in Alsenz bei Bad Kreuznach geboren. Seine wissenschaftliche Karriere begann mit dem Studium der Chemie an Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, wo er auch 1993 am Lehrstuhl von Prof. Helmuth Möhwald promovierte. Nach einem Auslandsjahr an der University of Queensland, Australien, stieß er 1995 zum Team Neutronenreflektometrie am Hahn-Meitner-Institut, das in der Abteilung von Prof. Ferenc Mezei angesiedelt war. Dort betreute er am Forschungsreaktor BER II das V6-Instrument im Nutzerbetrieb und nutzte es für seine eigene Forschung, insbesondere auf dem Gebiet der weichen Materie. Die Messgäste und wissenschaftlichen Partner*innen konnten sich darauf verlassen, bestens von ihm betreut zu werden und mit aussagekräftigen Daten auf erfolgreiche Experimente zurückblicken zu können. Anfangs übernahm er die Verantwortung für dieses Fachgebiet und die entsprechende Instrumentierung als Gast – zunächst mit Anbindung an die Gruppe von Prof. Findenegg an der Technischen Universität Berlin und später wieder bei Prof. Möhwald am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm. Ab 2004 war er schließlich als festangestellter HMI-Mitarbeiter mit dieser Aufgabe betraut.
Mit seiner Expertise wurde das V18-BioRef-Flugzeitreflektometer am BER II in Zusammenarbeit mit der Uni Heidelberg konzipiert und gebaut. Sein Konzept war so erfolgreich und modern, dass das V18-BioRef zu den ersten Instrumenten gehörte, welches nach Abschaltung des BER II wieder in den Nutzerbetrieb ging – nunmehr als „Spatz“ am ANSTO bei Sydney.
Roland Steitz befruchtete mit Hands-On-Experimenten und Vorträgen die über viele Jahre am HMI/HZB geführte Neutronenschule. Er baute nach Gründung des Instituts für weiche funktionale Materie am HZB eine Grenzflächenforschungsgruppe auf, in der dank seiner ausgleichenden Art immer eine hervorragende Gruppenatmosphäre bestand. Er verdiente sich schnell das Vertrauen, das Institut stellvertretend zu leiten, bis er 2015 in den Stab der Geschäftsführung wechselte.
Dort übernahm er die für das Zentrum wichtige Aufgabe, das Transferprogramm für die Nachnutzung der Neutronenstreuinstrumente am BER II aufzusetzen und zu begleiten. Er pflegte die Kontakte mit den Neutronenquellen und Einrichtungen weit über die Vertragsabschlüsse hinaus. Folgerichtig basiert der Erfolg dieses Projekts zu einem großen Teil auf seiner Arbeit, die er leider in Folge seiner schweren Krankheit nicht bis zum Ende hat begleiten können.
Wir sind ihm alle zu unermesslichen Dank verpflichtet, für eine schöne, farbenfrohe und erfolgreiche Zeit in der wissenschaftlichen und kollegialen Zusammenarbeit. Wir haben immer sehr gut an einem Strang gezogen.
Seiner Familie und allen Angehörigen und Bekannten wünschen wir die nötige Kraft in dieser schwierigen Phase. Wir teilen mit ihnen die Trauer um einen einzigartigen Menschen und Freund.
Kondolenzbuch
Hier haben Sie die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Ihre Kondolenz wird unter Ihrem Namen – in der Regel innerhalb von ein bis zwei Werktagen – auf dieser Seite veröffentlicht. Bitte schicken Sie eine E-Mail mit:
- Ihrer Kondolenz (auf Deutsch oder Englisch) sowie
- Ihrem Namen und Ihrer Institution
- an: redaktion@helmholtz-berlin.de
Kondolenzen:
"Der Tod von Roland Steitz macht mich tief betroffen. Ich gehörte zwar nie zu seinem engsten Kollegenkreis, unsere Wege kreuzten sich aber immer mal wieder; etwa bei der Erstellung von Instrumentbroschüren, bei allgemeinen Ereignissen rund um die Neutronenforschung und später im Rahmen des Transfers des zuletzt von mir betreuten Neutronen-Laue-Diffraktometers an das Paul-Scherrer-Institut. Aus diesen Kontakten kann ich nur sagen, dass mit Roland einer der besten und angenehmsten Kollegen am HMI und später am HZB von uns gegangen ist. Seit er nicht mehr regelmäßig am Institut war, habe ich seinen steten Optimismus vermisst, sein kleines Lächeln, das er immer bei sich trug und das sich auf andere und ihre Arbeit übertrug. Es ist sehr traurig, dass ein so guter Mensch so früh gehen musste. Ich wünsche allen Angehörigen alle Kraft und liebe Menschen in der Nähe, um den Verlust von Roland zu überwinden."
Michael Tovar, HZB
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"Ich trauere um meinen lieben Freund und Kollegen Roland Steitz. Ich werde Roland aus unserer gemeinsamen Zeit bei V6 immer als einen wunderbaren Kollegen in Erinnerung behalten, der sich durch einen scharfen wissenschaftlichen Verstand und ein außergewöhnliches Engagement für wissenschaftliche Exzellenz auszeichnete. Wir haben viele lange Abende daran gearbeitet, sicherzustellen, dass unsere Daten und Experimente von höchster Qualität waren und an der Spitze der weltweit führenden Forschung standen. Gemeinsam führten wir die ersten Untersuchungen an Metall-Öl-Grenzflächen mittels Neutronenreflektometrie durch und veröffentlichten die erste Arbeit dazu. Diese Arbeit ebnete den Weg für weitere Kooperationen mit unserem Kollegen Professor Clarke an der Universität Cambridge sowie mit dem BP Institute in Cambridge. Sie legte zudem den Grundstein für weitere Studien zu Öladditiven, Korrosionsinhibitoren und Schmierstoffen mit Neutronenreflektometrie.
Vor allem werde ich Rolands Freundschaft, seine Freundlichkeit, seine Aufgeschlossenheit und seine klare Denkweise bei der Diskussion wissenschaftlicher Daten und Ideen vermissen. Ich werde immer dankbar sein, an seiner Seite gearbeitet und so viele anregende wissenschaftliche Diskussionen mit ihm geführt zu haben. Roland wird nicht nur wegen seiner herausragenden wissenschaftlichen Beiträge in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen seiner Großzügigkeit, seiner Kollegialität und des bleibenden Einflusses, den er auf diejenigen hatte, die das Privileg hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten.“
Dr. Ali Zarbakhsh (im Ruhestand), Fachbereich Chemie, Queen Mary University of London.
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"Die Nachricht über den Tod von Roland Steitz macht mich sehr betroffen. Über die Jahre hatten wir immer wieder miteinander Kontakt, zuletzt im Zusammenhang mit dem Abbau der Instrumente aus der Neutronenleiterhalle. Anrufe oder Emails von Herrn Steitz waren immer ein Grund sich zu freuen, da ich sicher sein konnte, das unabhängig von dem Grund für die Kontaktaufnahme, am anderen Ende der Leitung ein sehr freundlicher, höflicher und kompetenter Kollege war, dem ich gerne zugearbeitet habe. Gelegentlich gab es auch Zeit für einen kurzen Schwatz rund um das Thema Motorrad fahren. Der Familie von Herrn Steitz wünsche ich Kraft und Zuversicht."
Dirk Höcker, HZB
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"Lieber Roland, es macht mich tief traurig und ich habe Tränen in den Augen, während ich diese Zeilen schreibe, dass Du viel zu früh von uns gegangen bist. Es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn man weiß, dass es kein nächstes Gespräch mehr geben wird. Kennengelernt habe ich Dich im Rahmen meiner Tätigkeit in der Teamassistenz, als ich noch in der Gruppe PS-IESD von Herrn Prof. Lüning arbeitete. Durch unsere Arbeit und die Aufgaben rund um den Rückbau haben wir oft miteinander telefoniert und uns über Zoom ausgetauscht. Diese Begegnungen bleiben mir in dankbarer Erinnerung – vor allem wegen Deiner Freundlichkeit und Deiner tiefen Geduld. Du warst immer so nett und zugewandt zu mir. Du hast Dir Zeit genommen, zugehört und bist mir mit einer Herzlichkeit begegnet, die keineswegs selbstverständlich ist. Gerade diese vermeintlich kleinen Dinge bleiben. Heute bedeuten sie mir besonders viel. Zum Abschied denke ich an „The Long Road“ von Eddie Vedder. Für meinen eigenen Abschied von Dir finde ich diese Worte: Wir alle müssen diesen Weg gehen, und irgendwann führt er über das hinaus, was wir miteinander teilen können. Wie schmerzlich ist es, dass Dein Weg schon so früh dort angekommen ist. Ich hätte Dir noch so viel Zeit gewünscht. Danke für Deine Geduld, für jedes freundliche Gespräch und für die gemeinsame Zeit. Ich werde Dich als einen Menschen in Erinnerung behalten, dessen Güte im täglichen Miteinander spürbar war. Mein tiefes Mitgefühl gilt Deiner Familie und allen, die Dir nahestanden und Dich nun so sehr vermissen. Ruhe in Frieden, lieber Roland. Du fehlst."
Susann Badran, Bibliothek IT-SB, HZB
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„Diese traurige Nachricht hat mich sehr getroffen. Die Tätigkeiten von Herrn Steitz und mir hatten nicht viele Berührungspunkte. Umso beeindruckender ist es, dass mir jede Begegnung mit ihm im Gedächtnis geblieben ist. Ein durch und durch sympathischer und humorvoller Mensch, der einem in einer Zeit, in der sich kaum noch jemand Zeit für andere nimmt, stets seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte. Genauso wie auf dem Foto werde ich ihn in Erinnerung behalten: mit einem Lächeln im Gesicht. Neben der Trauer bleibt so auch Dankbarkeit. Seiner Familie, seinen Kolleg*innen und Freunden wünsche ich viel Kraft in dieser sehr traurigen Zeit“.
Anja Seehrich, A-PO, HZB
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„Die Nachricht vom viel zu frühen Lebensende von Roland hat mich sehr getroffen. Ich habe ihn als so warmherzigen, freundlichen und zugewandten Kollegen kennengelernt, wie es sich kaum beschreiben lässt. Gerade in meinen Anfängen am damaligen HMI hat er mir sehr geduldig vieles erklärt. Wie die Neutronencommunity arbeitet, wie sie organisiert ist und was sie verbindet. Er hat mich in die Neutronenforschung eingeführt, mir Forschungsergebnisse verständlich gemacht und war immer bereit, für die Öffentlichkeitsarbeit etwas zu tun. Mal eine Führung für eine Gruppe oder einen Vortrag anfragen. Immer konnte man ihn ansprechen. Sein feiner Humor und sein verschmitztes Lächeln waren immer dabei. Es war so angenehm, mit ihm zu reden. Ein wunderbarer Mensch ist viel zu früh gegangen. Ich werde ihn sehr vermissen.“
Ina Helms, Kommunikationsabteilung, HZB
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