In Gedenken an unseren Kollegen Dr. Andreas Gaupp

Wir trauern um unseren ehemaligen Kollegen Dr. Andreas Gaupp, der am 8. Oktober 2026 mit 78 Jahren viel zu früh von uns gegangen ist. Mit ihm verlieren wir einen brillanten Denker, einen geschätzten Kollegen und einen Mentor, der das Helmholtz-Zentrum Berlin und die Synchrotronstrahlungsgemeinschaft über Jahrzehnte in vieler Hinsicht maßgeblich geprägt hat.

Andreas Gaupp war als Experte für die Erzeugung von Synchrotronstrahlung an Speicherringen und Freie-Elektronen-Lasern (FEL) weltweit anerkannt. Insbesondere seine Expertise, wie sich die Strahlung mithilfe von Undulatoren und Monochromatoren erzeugen und optimieren lässt, war hoch geschätzt. Seine Arbeiten zur Polarisationscharakterisierung von Undulatoren sind nach wie vor von unschätzbarem Wert für eine große Nutzergemeinde weltweit.

An seine Promotion an der Freien Universität Berlin, für welche er den Otto-Klung-Preis erhielt, schloss sich 1980 eine einjährige Forschungstätigkeit an der Stanford University in der Gruppe von John Madey an. Hier wurde vier Jahre zuvor der weltweit erste FEL erfolgreich in Betrieb genommen.

Nach seiner Rückkehr aus den USA arbeitete Andreas Gaupp an einem DFG-geförderten Projekt, um die Möglichkeiten eines speicherringbasierten FELs am neuen Speicherring BESSY zu evaluieren. 1985 wurde er dann regulärer Mitarbeiter bei BESSY. Fortan arbeitete er gleichermaßen auf den Gebieten der Undulatorentwicklung und Strahlcharakterisierung, insbesondere der Polarimetrie. 1991 wurde der erste gekreuzte Undulator weltweit bei BESSY fertiggestellt und erfolgreich installiert. Dieser Undulatortyp ermöglicht wahlweise die Erzeugung von horizontal/vertikal linearer oder elliptischer/zirkularer Strahlung, was neue experimentelle Möglichkeiten brachte.

Von 1985 bis 1998 war Andreas Gaupp zusätzlich verantwortlich für die Zusammenstellung der BESSY-Jahresberichte. In dieser Zeit gewann er seinen umfassenden Überblick über die wissenschaftlichen Arbeiten und die spektroskopischen Bedürfnisse der BESSY-Nutzenden. Er hatte wesentlichen Anteil an den beiden BESSY II-Studien zum Scientific Case und zur technischen Umsetzung (1886, 1989), die eine wesentliche Voraussetzung für den Bau der Nachfolgemaschine BESSY II waren. Parallel zu diesen Aufgaben hat er maßgeblich zur Entwicklung der Polarimetrie mit Multilayer-Optiken für den weichen Röntgenbereich beigetragen und damit weltweite Standards gesetzt.

Andreas Gaupp war extrem hilfsbereit, konnte zuhören, hat sich Zeit genommen für Mitarbeitende, Doktoranden und Nutzergruppen und war unverzichtbar für den sozialen Zusammenhalt bei BESSY. Mit viel Engagement war er jahrelang als Mitarbeitenden-Vertreter im Aufsichtsrat tätig.

Sein regelmäßiges Cello-Spiel im Symphonieorchester Schöneberg (SOS) hat ihm über viele Jahre die innere Ruhe und Ausgeglichenheit für neue schöpferische Tätigkeiten beschert.

Nach seinem Ausscheiden 2013 widmete sich Andreas Gaupp weiterhin mit vollem Elan der Inbetriebnahme und Optimierung des anspruchsvollen EMIL-Doppelstrahlrohres an BESSY II, insbesondere des Doppelkristall-Monochromators. Er empfand es als schweren Verlust, dass er in den letzten beiden Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit der gewünschten Intensität weiterarbeiten konnte.

Mit Andreas Gaupp verlieren wir einen hervorragenden, international hochgeschätzten Wissenschaftler und Lehrer. Wir werden seine unerschöpfliche Neugier, sein permanentes Interesse an neuen Entwicklungen und seine Begeisterungsfähigkeit sehr vermissen.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seiner Frau, seinen drei Töchtern und acht Enkelkindern.

Kondolenzbuch

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Ihre Kondolenz wird unter Ihrem Namen – in der Regel innerhalb von ein bis zwei Werktagen – auf dieser Seite veröffentlicht. Bitte schicken Sie eine E-Mail mit:

Kondolenzen

„Andreas, du warst ein Kollege wie man ihn sich nur wünschen kann! Ein toller Wissenschaftler, mit dem ich über alle Themen die eigene Arbeit und das HZB betreffend reden konnte und ein zugewandter, ehrlicher, freundlicher Mensch! Ich vermisse die kleinen Gespräche mit dir.“ 

Prof. Dr. Andreas Jankowiak, HZB

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"Habe Andreas als einen wirklich freundlichen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt, der sein Wissen gerne und verständlich geteilt hat. Er wird immer als beeindruckend kompetent und liebenswürdig in Erinnerung bleiben. Mein aufrichtiges Beileid an die Familie, Freunde und Kollegen!"

Wolfgang Bremsteller (SE-AID, EMIL-Lab)

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"Andreas kannte ich noch aus BESSY I Zeiten. In all diesen fast 40  Jahren war er für mich ein ausgesprochen angenehmer und besonders geschätzter Kollege. Er arbeitete im Bereich Entwurf und Bau von Undulatoren, während ich am Speicherring für die Strahldynamik zuständig war – insbesondere für das Zusammenspiel des Elektronenstrahls mit den Undulatoren. Bei fachlichen Fragen konnte ich mich stets auf seine große Kompetenz und seine Hilfsbereitschaft verlassen. Er hatte die besondere Fähigkeit, auch anspruchsvolle physikalische Zusammenhänge anschaulich zu erklären. Der Austausch mit ihm war für mich immer eine große Bereicherung. Ich habe seine geduldige, zugewandte Art und die Möglichkeit, mit ihm über schwierige Fragen zu diskutieren, sehr geschätzt. Ich werde ihn als Kollegen und Menschen sehr vermissen."

Godehard Wüstefeld, ehemaliger Kollege am HZB im Bereich der MLS und BESSY II Speicherringe. 

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"Die ansteckende Begeisterung für Physik und Musik sowie das zuweilen sehr vergebende Verständnis für die Macken der Mitmenschen werden wir immer mit Andreas verbinden. Andreas Gaupp war eine Instanz – sowohl in fachlichen als auch in menschlichen Belangen. „Da musst du Andreas Gaupp fragen“ ist ein Satz, den man bei uns immer noch hört. Wir wurden wirklich verwöhnt. Auch Jahre nach seinem offiziellen Ruhestand stand uns Andreas zur Seite. Andreas, Du wirst uns so sehr fehlen!" 

Atoosa Meseck, HZB

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"Andreas Gaupp hat für mich als Nutzer viele Experimente möglich gemacht, gerade in meiner Zeit als junger Wissenschaftler mit großen Plänen. Ich erinnere mich gerne an seinen Optimismus, seine Hilfsbereitschaft und die vielen guten Ratschläge, die er stets bereit war zu geben. Traurig, dass er nicht mehr unter uns ist."

Uwe Hergenhahn, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft

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"Andreas, mach’s gut. So einen Menschen verliert man nicht gern, immer zugewandt und offen. Ob an der Warenannahme oder im Speicherring. Seit 1998 kenne ich dich. Schlaf gut, das hast du verdient."

Susen Bredereke, HZB

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"Als ich beim HZB im EMIL-Projekt anfing, hatte ich das große Vergnügen, mit Andreas zusammenzuarbeiten. Seine Begeisterung für seine Arbeit war ansteckend. Er hat mich als Nachwuchskraft sehr gefördert, und ich bin ihm aufrichtig dankbar für die Zeit, die er sich genommen hat, um mit mir zu sprechen und mir Dinge beizubringen. Ich spreche seiner Familie und seinen Freunden mein aufrichtiges Beileid aus".

Will Smith, (WI-AOS), HZB

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"Lieber Andreas, ich werde nie die gute Zusammenarbeit bei der Planung der ersten Undulatoren für BESSY II vergessen. Als ich 1993 zur PTB nach Berlin kam, wurde ich sehr herzlich in Eurer Undulatorplanungsgruppe aufgenommen, in der ich sehr viel gelernt habe und die tolle Kollegialität erfahren habe. Danke für die jahrelange gute und vertrauenvolle Zusammenarbeit." 

Roman Klein, Physikalisch-Technische Bundesanstalt Berlin

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„Lieber Andreas, es war mir eine große Freude, mit dir zusammenzuarbeiten. Dein Optimismus hat mir immer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, und dein Enthusiasmus und deine Gründlichkeit haben mich stets inspiriert und motiviert. Danke, dass du immer bereit warst, mir zu helfen und meine Fragen zu beantworten. Du wirst mir sehr fehlen.“

Dr. Mihaela Gorgoi, SE-AID, EMIL, HZB

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„Andreas kannte ich seit Anfang bei BESSY I in Wilmersdorf, wo ich die Röntgenmikroskopie-Strahlrohre aufbaute und betreute. Andreas schätzte ich immer als gut gelaunten Ratgeber in vielerlei Hinsicht. Später zu BESSY II -Zeiten bleiben mir u.a. die häufigen lebhaften Physik aber auch Politikwissenschaft bezogenen Gespräche beim Arbeitsweg in der S-Bahn zwischen Lichterfelde und Adlershof und zurück in guter Erinnerung. Andreas ist viel zu früh von uns gegangen.“

Dr. Peter Guttmann, ehemaliger Kollege am HZB in der Röntgenmikroskopie-Gruppe

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„Wer soll uns jetzt Synchrotronstrahlung, Undulatoren, FELs und die Welt im Allgemeinen erklären? Andreas konnte das so hervorragend auf allen Qualifikationsebenen. Für uns Anfänger aus der Anfangsphase von BESSY II war er fachlich und menschlich immer wie ein großer Bruder! Ich werde ihn sehr vermissen.“

Gerd Reichardt, HZB

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„Lieber Andreas, als ich 1982 als FUB-Doktorand zu BESSY kam, warst du schon da, und hast dich bereits mit großem Enthusiasmus den Möglichkeiten einer Brillanzerhöhung der nagelneuen dedizierten SR-Quelle BESSY gewidmet. Später habe ich von dir beim Projekt „Gekreuzter Undulator“ und bei den Vorbereitungen für BESSY II die Tricks und Kniffe des Undulatorbaus gelernt. Deine späteren synchrotronstrahlungsbezogenen diagnostischen Arbeiten ganz nahe am Experiment (e.g. Polarimetrie) waren äußerst wertvoll für die Optimierung des Gesamtsystems von der e-Quelle bis zur Probe. Dein direkter Nutzerkontakt garantierte immer ein schnelles und zuverlässiges Feedback zum Undulatorbau und -betrieb. Ich werde die hochspannenden und kreativen Diskussionen mit dir, nicht nur über physikalische, sondern auch über tagesaktuell politische, kulturelle und private Themen sehr vermissen. Ich werde dich immer als schöpferischen Geist und als optimistischen und liebenswerten Menschen in Erinnerung behalten.“

Johannes Bahrdt, ehemaliger Kollege von Andreas am BESSY und HZB.

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Andreas und ich haben fast gleichzeitig bei BESSY angefangen. Was für eine grandiose Welt rund um die Erzeugung, Charakterisierung und Anwendung von Synchrotronstrahlung hast du seit deinem Berufsanfang bei BESSY 1985, zunächst als PR-Mitarbeiter, geschaffen! Die Physik hat dich bis zu deinem viel zu frühen Tod nie losgelassen. Bei jedem Telefonat in den letzten Monaten, wo ich eigentlich nur einen Termin für ein Rentner-Treffen beim HZB vereinbaren wollte, hattest du ein dringendes physikalisches Thema, das du ausführlich diskutieren wolltest. Wir haben noch im Rentenalter gemeinsam das EMIL-Strahlrohr-Monster erfolgreich bezwungen, du hast oft gerne die Sonnabend- und Sonntag-Strahlzeiten übernommen, um den etwas störrischen DCM zu verstehen und in Betrieb zu nehmen. Du hast die Polarimetrie im weichen Röntgenbereich maßgeblich weiterentwickelt. Die Strahlzeiten waren immer spannende Höhepunkte unserer Arbeit. Unsere doch recht unterschiedlichen Herangehensweisen haben hier synergistisch gewirkt. Du hast den Blick und die Hingabe für das Detail, kanntest jeden Mikrometer des Polarimeters persönlich.

Ich habe deine Konzerte mit dem Symphonie-Orchester Schöneberg mit Freude angehört. Du hattest uns ja schon vorher eine begeisternde Erläuterung eurer Musikstücke in der Einladungs-email geliefert. Danke, dass ich mit dir zusammen arbeiten durfte, und von deiner Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit profitieren konnte. Adieu Andreas

Franz Schäfers, ehemaliger Kollege von Andreas am BESSY und HZB.

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Andreas war einer, für den, „BESSY-Probleme“ nicht problematisch waren, sondern eine Herausforderung verschiedene Möglichkeiten zu untersuchen und daraus eine „beste“ Lösung zu finden. Dabei war er immer aufgeschlossen und war imstande, als Teil des BESSY Teams, die Vorschläge seiner Kollegen unvoreingenommen und humorvoll mit zu diskutieren, um das beste Ergebnis solcher Runden zu finden. Dies hat sehr zum Erfolg der Speicherring-Anlagen, BESSY I und BESSY II, geführt. Andreas war nicht „nur“ ein intelligenter Physiker , sondern auch ein sehr humorvoller und engagierter Mitarbeiter, der gerne mit von der Partie war, ob im Labor oder bei BESSY-Ausflügen. Bei Fußball, Picknicks, Gruppenreisen war er immer gut gelaunt dabei. Ich vermisse ihn.

William Peatman, ehemaliger Kollege von Andreas am BESSY I und HZB

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Zur Begeisterung für Forschung und Wissenschaft gehörte für Andreas auch, externe Nutzer bei ihren Messzeiten und junge Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Einarbeitung zu unterstützen. Für mich war Andreas prägend, beruflich wie privat. Unvergessen auch unser Konzertausflug nach Spaatz in die damals frisch renovierte Musikscheune.

Christian Jung, ehemaliger Kollege von Andreas

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Andreas habe ich 1990 bei BESSY als Vorsitzenden des Betriebsrates kennengelernt, als er mit erklärte, warum der Betriebsrat Einspruch gegen meine Einstellung erhoben hat. Aber er sagte sofort, dass ich nichts zu befürchten hätte. Und schon bald wurde er einer meiner engsten Kollegen und Lehrer, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Er hatte immer ein offenes Ohr, war außerordentlich kompetent, freute sich über jedes wissenschaftliche, oder auch gesellschaftspolitische oder persönliche Gespräch und hatte einen köstlichen Humor. Schon als er in Rente ging, hinterließ er eine Lücke, aber er war trotzdem erreichbar. Nun hinterläßt er eine Lücke, die nicht zu füllen ist.

Michael Scheer

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Lieber Andreas! Es ist gar nicht lange her,  dass wir uns bei einem Arztbesuch getroffen hatten…. Zwei Alte, die sich nachdenklich an viele gemeinsame Jahre bei BESSY und BESSYII erinnern konnten. Natürlich auch daran dass es zwischen Geschäftsführer und Mitarbeitenden- Vertreter auch mal kräftige Diskussionen geben hatte, aber sie waren immer fair! Es war immer der international anerkannte Wissenschaftler Andreas der mir gegenüber saß, der sich für BESSY und die Mannschaft einsetzte. Andreas, Du gehörst zu den wenigen Menschen, an die ich mich mit Dankbarkeit erinnere!

Eberhard Jaeschke

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Lieber Andreas, es tut mir sehr leid, dass du uns verlassen hast. Ich kenne dich seit 2002, als ich zu BESSY kam. Kurz nachdem ich mit meiner Doktorarbeit begonnen hatte, war ich auf mich allein, ohne klare Anleitung für die experimentelle Arbeit. Du hast diese Verantwortung übernommen, obwohl du in einer ganz anderen Abteilung gearbeitet hast. Um mir zu helfen, hast du das Polarimeter mit T-Steuerung und der gleichzeitigen Messung von Reflektivität, TEY und FY aufgerüstet, damit ich die Experimente durchführen konnte, die ich mir vorgestellt hatte, und damit ich meine Doktorarbeit abschließen konnte. Deine Hilfe während meiner Doktorarbeit war von unschätzbarem Wert. Ich habe die gemeinsamen Strahlzeiten, die wissenschaftlichen Diskussionen und ganz allgemein deine Persönlichkeit sehr geschätzt. Du kanntest jeden bei BESSY. Was auch immer du (oder ich) brauchtest, wurde sofort ermöglicht, sobald man mit der richtigen Person gesprochen hatte. Ich hatte den Eindruck, dass du von allen Menschen in deinem Umfeld respektiert wurdest. Ich schätzte deine freundliche Art im Umgang mit Menschen sehr, aber vor allem war ich beeindruckt davon, wie sehr man Freude an der Wissenschaft haben kann. Seit wir angefangen hatten, zusammenzuarbeiten, wollte ich immer ein Wissenschaftler wie du werden – jemand, der einfach Freude an der Wissenschaft hat.

Es war ein großer Verlust für mich, als du nach deiner Pensionierung BESSY verlassen hast. Ich habe dich noch ab und zu gesehen, wenn du zu Experimenten gekommen bist. Ich bedaure, dass wir keinen engeren Kontakt gehalten haben. Der Verlust ist jetzt schwer in Worte zu fassen. Für mich hat BESSY mit deinem Weggang etwas von seinem Wesen verloren. Ich hoffe, dich wiederzusehen – hoffentlich in ein paar Jahrzehnten –, um weiter über Physik zu diskutieren.

Sergio Valencia, HZB

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Ich habe Andreas als extrem kompetenten und hilfsbereiten Kollegen kennengelernt. In meiner Anfangszeit bei BESSY wurde gemunkelt, dass er der klügste Kopf von uns allen sei – und in der Tat: Wenn man mit ihm sprach merkte man sofort, dass er in einer anderen Liga spielte.  Ich konnte mit fachlichen Fragen zu meinem eigenen Spezialgebiet zu ihm kommen und er wusste einfach alles und hat sich für alles interessiert. Schwer zu glauben, dass er eigentlich schon 2013 in Rente gegangen war! Ich bin traurig.

Oliver Kugeler

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Lieber Andreas Gaupp, die Nachricht von Deinem allzu frühen Ableben hat mich sehr betroffen gemacht.
 
Als Weggefährten über mehr als zwanzig Jahre sahen wir, jeder auf seine Weise, ein umfassendes Ziel darin, die Berliner Synchrotron-Strahlungsquelle mit der zugehörigen Instrumentierung zu verbessern, ja auch zu erneuern. Letztlich, um einer wachsenden Nutzerschaft signifikante wissenschaftliche Fortschritte zu ermöglichen. Teilaspekte dieser umfassenden Aufgabe umfassten Konzeption und Entwicklung von Undulatoren als neuartige Strahungsquellen ebenso wie Methoden zu deren Charakterisierung und der Polarimetrie als eigenständiges Verfahren zur Materialanalyse. Bei Gesprächen und Diskussionen in den Arbeitsgruppen wurde Deine Durchdringung der zugehörigen physikalischen Inhalte deutlich und Deine Vorschläge zur Realisierung von Instrumentierung profitierten davon. Nicht nur jüngere Kollegen schätzten es, in Dir einen stets freundlichen und kompetenten Ansprechpartner gefunden zu haben.
 
Lieber Andreas, ich bin sicher Dein Wirken für BESSY wird in bester Erinnerung bleiben.
 
Wolfgang Gudat, ehemaliger Wissenschaftlicher Geschäftsführer von BESSY und Kollege

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Frühe F&E Projekte verbunden mit dem Namen Andreas Gaupp waren für mich eine große Motivation, aus den USA nach Berlin zurückzukehren. Als BESSY-Kollege war er der sokratische Geist, den ich erwartet hatte. Begann ich Gespräche mit Behauptungen, zielte er auf Zusammenhänge mit originären Begründungen. Durch sein tiefes Verständnis und breites Wissen wusste ich am Ende stets mehr als zuvor. Anfang der 1990er-Jahre war ich an der NSLS in Brookhaven, wo an einem Vorschlag für eine Single-Pass HGHG-FEL-Facility gearbeitet wurde. Sein Name ist mir damals zum ersten Mal im gelben Band „FELs und Synchrotron Radiation“ der CERN Accelerator School begegnet, wo Andreas ein FEL-Oszillator-Projekt am BESSY I - Ring vorgestellt hat. Freie Elektronen Laser waren damals ein völlig neues F&E Gebiet. Wenig später hat S. Krinsky, damals NSLS-Maschinendirektor, Andreas zu einem Seminar über zirkular polarisierte Undulatorstrahlung eingeladen. Dieses Gebiet war ebenfalls neu. An der NSLS bestand daran großes Interesse, auch bei den Experimentatoren aus dem Bereich Physik am BNL. Andreas berichtete detailliert über den Bau des „Crossed Undulator“, die Charakterisierung der Strahlung mit einem neuen Polarimeter und die Strahldynamik im Ring. Sein Vortrag machte klar, dass die Berliner Gruppe an BESSY zusammen mit J. Bahrdt, M. Scheer und G. Wüstefeld hier führend war. Die vielen Fragen beantwortete Andreas detailliert, begründet und präzise. War er mit einem Sachverhalt nicht vertraut oder es lagen keine konkreten Ergebnisse vor, sagte er nur: Dazu könne er nichts sagen. Er wollte nicht spekulieren, sondern mit Gegenfragen im sokratischen Gespräch einer Sache auf den Grund gehen. Physikalisch fundiert und rhetorisch brillant. Es ist schade, dass er nicht auch als Professor unterrichtet hat. Viele hätten wie ich von diesem Sokratiker lernen können. Ein großes Vorbild.

Gerhard Ingold, ehemaliger Kollege, NSLS/BESSY/PSI

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Eine unendlich traurige Nachricht. Ich habe Andreas vor 25 Jahren kennengelernt, als ich als frischgebackener Doktorand zu BESSY kam. Er war ein ausgesprochen sympathischer, freundlicher und offener Mensch. Er war immer hilfsbereit und teilte mit Begeisterung sein Wissen mit jüngeren Kollegen - ganz gleich, ob bei zufälligen Begegnungen auf dem Flur, bei einer Tasse Kaffee während der Nachtschichten oder bei gemeinsamen Einsätzen im Hallendienst, wenn es galt, verschiedene Probleme zu lösen. Dabei erzählte er enthusiastisch nicht nur über Synchrotrons, Beamlines und Undulatoren, sondern auch über die Physik im Allgemeinen. Seine fachliche Kompetenz und seine Denkweise waren bemerkenswert. Wenn es um den Bau neuer Instrumente ging, betrachtete er die wissenschaftlichen Ideen und Vorhaben stets im Gesamtzusammenhang und zugleich bis ins kleinste Detail aus allen möglichen Blickwinkeln. Und er fand immer die besten Lösungen für die unterschiedlichsten Herausforderungen. Andreas war ein einzigartiger Kollege. Sein Verlust ist schwer für uns alle. Mein herzliches Beileid gilt seiner Familie. Ich wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Andrei Varykhalov, HZB

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Auch mich hat es sehr traurig gemacht, als ich letzte Woche vom zu frühen Tod unseres Kollegen Andreas Gaupp erfahren habe. Ich habe ihn seit Anfang der 90er Jahre (noch bei BESSY I) als Kollegen mit fundierten Kenntnissen der Physik kennengelernt, aber auch als geschickten Experimentator. Als wir im Jahre 2005 verzweifelt waren, dass wir an der Slicing-Facility partout keinen erwartetet XMCD - Kontrast mit unseren 100 fs Röntgenpulsen finden konnten und das Projekt fast tot war, kam die trockene Aussage von Andreas, dass man bei Emissionswinkeln größer als 1/Gamma quasi von hinten auf den Undulator schaut und sich die Helizität gegenüber der on-axis Strahlung umdreht. Das war einer der Schlüssel - neben der hervorragenden Arbeit vieler anderer Kollegen aus Maschine, Undulatorgruppe und Experiment - für den Erfolg der weltweit einzigen Speicherringbasierten Synchrotronstrahlungs-Anlage für ultraschnelle magnetische Dynamik, der bis heute anhält. Ich bin dankbar, dass ich beim Aufbau von BESSY II von so vielen Kollegen mit einzigartiger Expertise über Beschleuniger, Undulatoren, Laser, FELs, Beamlines und Experimente lernen durfte. Andreas Gaupp gehörte dazu – ich werde ihn schmerzlich vermissen.

Karsten Holldack, HZB

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Lieber Andreas, als ich Anfang der 2000er die Kommunikation von BESSY übernommen habe, warst Du ein stetiger Quell von - sogar mir - verständlichen Erklärungen und Informationen rund um BESSY und FELs, ohne die ich meine Aufgabe nur halb so gut hätte erfüllen können. Du warst Dir auch nicht zu schade, bei neuen Formaten wie "Physik zum Frühstück" mitzuwirken, um BESSY einem Laienpublikum näher zu bringen. Was hätte ich nur ohne Dich gemacht? Traurig, dass Du uns verlassen musstest. Ich werde Dich sehr vermissen. Mach's gut!

Markus Sauerborn, HZB

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Ich spreche Andreas’ Familie, seinen Freunden und Kollegen mein aufrichtiges Beileid aus. Er war ein bewundernswerter Mensch, von dem ich – selbst als er schon im Ruhestand war – noch viel lernen durfte. Vielen Dank für alles, was Du mir beigebracht hast; Du wirst mir fehlen. Ruhe in Frieden, Andreas.

François Talon, HZB

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Lieber Andreas, auch wenn wir nicht zu viele Überschneidungen in unserer Arbeit hatten, habe ich Dich als äußerst interessierten und freundlichen Kollegen erlebt, mit dem man über wirklich Alles diskutieren konnte, sei es in der Cafeteria oder wenn man sich im Labor über den Weg lief. Öfters sind wir uns auch in der Schwerlasthalle begegnet, wenn Ihr an neuen Undulatoren gearbeitet hattet und wir auf "der anderen Seite" einen Cavity Test am HoBiCaT durchführten. Dabei hast Du uns auch gerne zu unseren Themen und zum Verhalten von Material unter kryogenen Bedingungen befragt und ich hatte immer das Gefühl, dass Du das eigentlich schon Alles wusstest. Ich bin ehrlich überrascht und vor allem traurig, dass Du uns doch viel zu früh verlassen hast.

Axel Neumann, HZB

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