Themen: Forschungsreaktor (90) Beschleunigerphysik (174) BESSY II (269) Veranstaltungen (396)

Nachricht    17.12.2012

Drei Tage Austausch beim Nutzertreffen

Das "Berliner Buffet" am Donnerstag Abend.

Vom 12. Bis 14. Dezember haben sich über 400 Nutzerinnen und Nutzer der beiden HZB-Großgeräte BER II und BESSY II getroffen, um sich über den Stand der technischen Möglichkeiten zu informieren und über wissenschaftliche Fragen auszutauschen. Höhepunkt war der „Science Day“ am 13. Dezember im Adlershofer Bunsensaal, umrahmt von einem „Neutron Day“ am 12. Dezember in Wannsee und dem „Synchrotron Day“ am 14. Dezember in Adlershof. An diesen beiden Tagen lag der Schwerpunkt auf der Instrumentierung. Die Teilnehmer informierten sich über neue technische Entwicklungen und die Weiterentwicklung der Instrumente an den Großgeräten. Am Science Day standen dagegen die wissenschaftlichen Resultate im Vordergrund, die mithilfe von BESSY II und BER II erzielt wurden.

Die Key-note Lecture von Holger Dau (Freie Universität Berlin) mit dem Titel „X-ray spectroscopy in solar-fuels research -  from biology to inorganic catalysts“  und die Public Lecture von Andreas Züttel (EMPA, Zürich) „What we learn from history to master the future energy challenge” zeigten dabei eindrucksvoll, welchen Beitrag Großgeräte für die Energieforschung leisten können.


Preise am Science-Day:
Zwei Preise wurden durch den Freundeskreis des Helmholtz-Zentrums Berlin vergeben: Der Innovationspreis für Synchrotronstrahlung  ging an die Forschergruppe um Gianluca Geloni, Vitali Kocharyan und Evgeni Saldin von DESY und Europäischem X-FEL sowie an Paul Emma vom Lawrence Berkeley National Laboratory. Die Physiker haben ein „Self-seeding“-Verfahren entwickelt, das Freie-Elektronen-Laser deutlich verbessert. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.
Mit dem 2.500 Euro dotierten Ernst-Eckhard-Koch-Preis für eine herausragende Promotionsarbeit zeichnete der HZB-Freundeskreis Dr. Daniil Evtushinsky vom Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung aus. Der junge Physiker untersuchte die Bandstrukturen und Fermi-Flächen einer neuen Klasse von zweidimensionalen Hochtemperatur-Supraleitern.
Der Preis für das beste Poster vergab das HZB-Nutzerkomitée an Christian Caspers vom Forschungszentrum Jülich für die übersichtliche und gut aufgebaute Darstellung einer Arbeit zu  „Magnetic Oxides EuO Thin Films on Surface Passivated Silicon for Silicon Spintronics“.


240 Poster, 51 Aussteller
Während der Postersessions in der BESSY-Experimentierhalle stellten Nutzer wie HZB-Forschungsgruppen auf insgesamt 240 Postern ihre Arbeiten vor, die sie an den HZB-Großgeräten durchführen. Das Spektrum reichte von den Lebenswissenschaften über die physikalische Grundlagenforschung bis zur industrienahen Materialforschung. Außerdem fanden fünf Satelliten-Workshops statt, in denen spezifische Fragen zu Neutronen-Spektroskopie, Kristallografie und anderen Themen erörtert wurden.


Wie bereits in den Vorjahren wurde das Nutzertreffen von einer Industrieausstellung mit breiter Produktpalette für die Ausstattung von Synchrotronspektroskopie- und Neutronenstreuexperimenten begleitet, die sehr gut besucht war. Die 51 Aussteller ermöglichten durch ihre Spenden ein üppiges „Berliner Buffet“ am Donnerstagabend, das Gelegenheit für weitere Gespräche und Kontakte bot. Die Organisatoren danken außerdem der Adlershof con.vent, dem Veranstaltungsservice der WISTA-Management GmbH, für die Unterstützung speziell bei der Industrieausstellung.


arö


           



Das könnte Sie auch interessieren
  • <p>Experimente an der Femtoslicing-Anlage von BESSY II zeigten den ultraschnellen Drehimpulsfluss von Gd- und Fe-Spins zum Gitter w&auml;hrend der Entmagnetisierung der GdFe-Legierung.</p>SCIENCE HIGHLIGHT      10.05.2019

    Laserinduzierte Spindynamik in Ferrimagneten: Wohin geht der Drehimpuls?

    Durch intensive Laserpulse kann die Magnetisierung eines Materials sehr schnell manipuliert werden. Magnetisierung wiederum ist fundamental mit dem Drehimpuls der Elektronen im Material verbunden. Ein Forscherteam des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) konnte nun an BESSY II den Drehimpulstransfer in einer ferrimagnetischen Eisen-Gadolinium-Legierung im Detail verfolgen. Dabei gelang es ihnen, am Femtoslicing-Experiment bei BESSY II die ultraschnelle optische Entmagnetisierung zu vermessen und deren grundlegende Prozesse und Geschwindigkeitsgrenzen zu verstehen. Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht. [...]


  • <p>Die Tomographie einer neuwertigen Lithium-Elektrode.</p>SCIENCE HIGHLIGHT      06.05.2019

    3D-Tomographien zeigen, wie Lithium-Akkus altern

    Lithium-Akkus verlieren mit der Zeit an Kapazität. Bei jeder neuen Aufladung können sich Mikrostrukturen an den Elektroden bilden, die die Kapazität weiter reduzieren. Nun hat ein HZB-Team zusammen mit Batterieforschern aus dem Forschungszentrum Jülich, der Universität Münster und Partnern aus Forschungseinrichtungen in China den Prozess der Degradation von Lithium-Elektroden erstmals im Detail dokumentiert. Dies gelang ihnen mithilfe eines 3D-Tomographieverfahrens mit Synchrotronstrahlung an BESSY II (HZB) sowie am Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG). Ihre Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Materials Today veröffentlicht (Open Access). [...]


  • <p>Zinnselenid besitzt eine schichtartige orthorhombische Kristallstruktur (links). Oberhalb von 500 Grad Celsius (rechts) &auml;ndert sich die Anordnung der Schichten.</p>SCIENCE HIGHLIGHT      24.04.2019

    Thermoelektrika: Neue Einblicke ins Rekordmaterial Zinnselenid

    Bei den Thermoelektrika könnte Zinnselenid die bisherigen Rekordhalter aus Wismuttellurid an Effizienz deutlich übertreffen. Allerdings ist der thermoelektrische Effekt in Zinnselenid nur bei Temperaturen oberhalb von 500 Grad so enorm. Nun zeigen Messungen an den Synchrotronquellen BESSY II und PETRA III, dass sich Zinnselenid auch bei Raumtemperatur als Thermoelektrikum nutzen lässt – sofern man hohen Druck anlegt. [...]




Newsletter